Avid-Workflows erwecken eine Saga zum Leben

Avid-Workflows erwecken eine Saga zum Leben

Es war von Anfang an klar, dass die HBO-Verfilmung der Bestseller-Romanserie Das Lied von Eis und Feuer von R. R. Martin mit über 300 Darstellern und Crewmitgliedern sagenhaft werden würde.

Es war für die Fantasy-Fernsehserie, die den Namen Game of Thrones trägt, ebenso klar, dass ein höchst effizienter Weg gefunden werden musste, um die komplexen Inhalte der zugrunde liegenden Bücher zu verarbeiten und gleichzeitig sicherzustellen, dass alle Offline-, Online-, Farbkorrektur- und Audio-Postproduktionsschritte den hohen Ansprüchen und dem filmischen Aussehen der originalen Aufnahmen gerecht werden.

Avid-Workflows erwecken Game of Thrones zum Leben

Außergewöhnliche Produktionsanforderungen

Eines der wenigen Filmstudios, die diesem Niveau gewachsen waren, war das 3 Hektar große Paint Hall Studio in Belfast, Nordirland. Im Juni 2010 begannen die Filmarbeiten mit ARRI ALEXA-Kameras und dem HDCAM SR-Format von Sony. Yellow Moon, eine mit Avid-Systemen ausgestattete Einrichtung, wurde für das Offline-Editing und Dailies-Aufnahmen mit Media Composer engagiert.

Mittels 16 TB Avid Unity-Speicher wurde der eigenständige Workflow zur Postproduktionsstätte Screen Scene in Dublin transportiert, wo das Online-Material mit Avid DS 10.5 und einem integrierten Avid ICON- und -Pro Tools-System für perfekte Audiomixes zu den beeindruckenden Bildern fertiggestellt wurde.

Avid Unity konnte perfekt mit den Macs des HBO-Teams kombiniert werden, was besonders wichtig war, da über diese Computer die Dailies zurück in die USA übertragen wurden. Zudem wurde eine LTO-Datenspeichereinrichtung von Cache-A für zusätzliche Archivierung eingesetzt, die sich ebenso reibungslos in Unity integrieren ließ.

"Game Of Thrones war eindeutig die größte Fernsehserie, die je in Nordirland gefilmt wurde. Ein entsprechend umfangreiches Netzwerk aus Infrastruktur und Support war da natürlich überlebenswichtig – und genau das haben wir bei Tyrell und Avid gefunden", erzählt Greg Darby, Managing Director bei Yellow Moon.

 

 
 Es ist wirklich bemerkenswert wie unsere Zusammenarbeit zwischen Belfast, Dublin, London, New York und Los Angeles immer besser funktioniert hat – manchmal sogar zeitgleich.
Greg Spence, Associate Producer bei Screen Scene

Gemeinsame Workflow-Entwicklung

Yellow Moon, Screen Scene und das HBO-Postproduktions-Team haben gemeinsam einen Workflow für das Projekt entwickelt, der innerhalb des verfügbaren Zeitrahmens machbar war.  Nachdem die Dreharbeiten in Belfast abgeschlossen waren, wurde das gesamte Material zu Screen Scene in Dublin gebracht, wo schon alles für die verbleibenden Offline-Schritte – Editing, visuelle Effekte, Sound-Postproduktion und Finishing – bereitstand. Ebenso hat Tyrell CCT, Avid-Elite-Händler, eine wichtige Rolle gespielt, als die Editing-Systeme sowie Unity- und Offline-Daten nach Dublin übersiedelt wurden.

Avid-Workflows erwecken Game of Thrones zum Leben

Eine der großen Herausforderungen für die Techniker von Screen Scene war es sicherzustellen, dass alle Spuren von den Tonmischmeistern und Cuttern jederzeit und in jeder Konfiguration verfügbar waren. Dazu musste das Filmquellmaterial aus dem Unity-Speichersystem über DNX36 "live" zugänglich sein und dann direkt in den Christie-Projektor des Mixingstudios "Centre Stage" gespielt werden, um zu garantieren, dass die zum Mischen verwendeten Bilder aktuell waren und hervorragend aussahen.  Über Pro Tools arbeitete das Soundteam unter der Leitung von Stefan Henrix in diesem Mixingstudio mit bis zu 800 virtuellen Spuren gleichzeitig.

Das große Art-Team von Screen Scene erzeugte im eigenen VFX-Bereich "The Scullery" einen beträchtlichen Teil der visuellen Effekte der Serie. Dazu Ed Bruce, VFX-Supervisor bei Screen Scene: "Dank dem Workflow, den wir uns hier aufgebaut haben, konnten wir ganz einfach temporäre Versionen an die Cutter weitergeben und sie anschließend in der Live-Timeline automatisch mit den fertiggestellten Aufnahmen ersetzen. Das hat hervorragend geklappt – der Prozess lief ständig weiter, ohne, dass irgendwer auf uns warten musste."

Für das Finishing setzte das Online-Editing-Team zwei Avid DS 10.5 Systeme in Verbindung mit einer Hochgeschwindigkeits-SAN-Konfiguration von Rorke Data ein. Die DPX-Dateien wurden zum Finishing in das DS-System importiert, blieben jedoch trotzdem für Gary Curran, Senior Colorist bei Screen Scene, für die Erstellung des Digital Vision Nucoda Film Master verfügbar.

 

Avid Advantage

Einer der größten Vorteile für die 60 Personen, die bei Screen Scene an dem Projekt gearbeitet haben, war die Nähe aller Einrichtungen: Offline-Editing, Sound-Postproduktion, virtuelle Effekte, Farbkorrektur und Finishing. Dass diese nur wenige Schritte voneinander entfernt lagen, war für die Einhaltung des Zeitplans entscheidend.

"Die Postproduktion dieser Serie hat uns vor eine Reihe von Herausforderungen gestellt und wir mussten kreative Lösungen finden", erzählt Associate Producer Greg Spence. "Das Bild- und Tonmaterial war mit viel Ehrgeiz erstellt worden und kam mit einem sehr engen Zeitplan", fügt Jim Duggan, Managing Director bei Screen Scene hinzu. "Für eine solche Herausforderung müssen clevere und effiziente Workflows her. Gemeinsam mit unseren Partnern haben wir Abläufe entwickeln können, dank denen das ganze Bild-, Sound- und VFX-Material sicher und nahtlos dorthin verschoben werden konnte, wo es sein sollte."

Abschließend der Blickwinkel eines Avid-Händlers – Bryan Malone von Tyrell CCT: "Als einziger Avid-Händler in Irland, der sowohl Video- als auch Audioprodukte vertreibt, war unser Team hocherfreut, mit seinem Expertenwissen an diesem Projekt mitzuarbeiten. Wir hoffen, dass wir alle auch in der Zukunft unser Portfolio mit Spitzen-Fernsehprojekten erweitern und weltweite Arbeitsbeziehungen aufbauen können."