Coronation Street feiert ihren 50sten mit HD-Verjüngungskur

Zum 50. Geburtstag wurde Großbritanniens beliebteste Fernsehserie vollständig auf einen dateibasierten HD-Workflow umgestellt. Damit wollten die ITV Studios die Flamme ihres Publikumserfolgs nähren und noch heller zum Leuchten bringen.

Solch eine Generalüberholung ist natürlich nicht einfach. Wöchentlich werden beinahe zweieinhalb Stunden fertiger Sendeinhalte produziert. Dies schuf die Herausforderung, die notwendigen Änderungen umzusetzen, ohne den laufenden Betrieb zu stören. Im Gegensatz zu anderen Dramaserien gab es bei dieser Sendung keine sechsmonatige Anlaufzeit und die Produktion konnte nicht einfach ausgesetzt werden.

Bei dem Projekt, das von Anfang an von ITVs Director of Television, Peter Fincham, unterstützt wurde, lag das Hauptaugenmerk darauf, die traditionelle Seele der Serie zu erhalten und diese gleichzeitig frisch und zeitgemäß zu gestalten.

Für den Umstieg wurde der 31. Mai wurde ausgewählt – an diesem Tag sollte eine Folge von Coronation Street mit spannender Doppelhandlung rund um eine Fabriksbesetzung und ein Drama bei Gericht ausgestrahlt werden. Die Planung für diesen Tag hatte jedoch schon zwei Jahre davor begonnen mit einer ausführlichen Diskussion zwischen ITV Studios und Avid zur Überarbeitung des Produktionsworkflows.

 

Coronation Street feiert ihren 50sten mit HD-Verjüngungskur

Der Plan

Der schließlich ausgearbeitete Plan sah vor, die Dreharbeiten in Standard Definition fortzusetzen und parallel dazu den neuen dateibasierten HD-Workflow zu testen. Im Zuge dieser Vorgehensweise wurden zwei SD-Studios auf das HD-Format umgestellt sowie zwei Übertragungswagen für HD-Dreharbeiten vor Ort aufgerüstet. Dabei sollte eines der Fahrzeuge als Schlüsselelement während der Umstellung fungieren – als studiobasierter Regieraum und zur Sichtung des Materials –, bis die alte SD-Infrastruktur ersetzt sein würde.

Zudem wurden neue HD-Kamera-Technologien implementiert – in Form von sechs Ikegami 79EX mit Canon-Linsen für die Studios und Panasonic P2-Camcordern mit 64-GB-Speicherkarten für Filmaufnahmen vor Ort. Des Weiteren wurden pro Sichtungsstation zwei AirSpeed Multi Stream-Workflow-Server eingesetzt, über die vier HD-Streams in eine ISIS 7000-Zentralspeichereinheit eingespielt werden können. Dies ermöglichte die gleichzeitige Wiedergabe von HD-Medien in Produktions-, Editing- und Synchronisations-Suiten.

 
 Wir haben immer schon mit Avid-Systemen gearbeitet, weil sie so schnell, robust und benutzerfreundlich sind. Bei Coronation Street können wir uns keine Pannen erlauben.

Dave Williams, ITV Offline Editor

Der Zeitvorteil

Eine der größten Vorteile des Umgestaltungsprozesses war seine Zeitgenauigkeit. Durch enge Zusammenarbeit konnten das Coronation Street-Team und Avid Professional Services den Sendezeitplan der Serie einhalten und ein Projekt, das normalerweise sechs bis neun Monate gedauert hätte, in einem Bruchteil dieser Zeit abschließen.

Executive Producer Kieran Roberts erinnert sich, dass Peter Fincham, ITV Director of Television, Channels "sehr viel daran lag, dass Coronation Street so schnell wie möglich in HD verfügbar ist."

Die Ergebnisse

Einer der wichtigsten Pluspunkte, den die Umgestaltung mit sich brachte, ist, dass Cutter nun schneller auf Material zugreifen können. Zudem können Regisseure und Skripteditoren Muster direkt mit Kommentaren versehen.

"Es hat uns allen das Leben erleichtert", erzählt Offline Editor Dave Williams. "Jetzt haben wir Zugriff auf das Material, sobald es aufgenommen wurde. Das ist betriebskritisch ist bei einer Show wie Coronation Street, die sehr schnell produziert werden muss."

Das eingespielte Material steht augenblicklich zur Verfügung – in drei Avid Mojo DX-Offline-Suiten, der Symphony Nitris DX-Finishing-Suite und den Ingest-Workstations, an denen sich Kamera-Assistenten sich um das P2-Material kümmern. Die Synchronisation mittels Pro Tools und Video Satellite ermöglicht die Wiedergabe desselben HD-Materials aus dem ISIS 7000-Zentralspeicher in den Audio-Suites.

Avid versteht es, dem Wunsch nach Schnelligkeit nachzukommen.

"Das Coronation Street-Produktionsteam kann es sich nicht leisten, Neuaufnahmen zu machen oder Material zu verlieren", sagt Lawrence Windley, Senior Application Specialist bei Avid. "Deshalb werden über AirSpeed Multi Stream-Cache automatisch Sicherungskopien erstellt, wobei zwei Kopien in ISIS gespeichert werden und eine Kopie auf LTO-Band archiviert wird."

Was diesem Workflow jedoch eine ganz neue Dimension verleiht, ist die Flexibilität und die nahtlose Medienverfügbarkeit dank Dateiaustausch- und Asset-Management-Funktionen von Avid Interplay, . Seit Daten nicht mehr über mehrere Standorte verstreut aufbewahrt werden, ist der Betrieb in den ITV Studios viel organisierter und alle autorisierten Mitarbeiter können  Inhalte schnell finden und deren aktuellen Status ermitteln. So können etwa Produktionsassistenten, Skript-Supervisors und Cutter Material zur Überprüfung auf Vollständigkeit, zur framegenauen Annotation oder zur Erstellung von Shotlists sowohl lokal als auch über WAN suchen und durchsuchen.

"Avid Interplay gibt uns Zugang auf eine umfassende Datenbank mit gemeinsam verwendeten Untertiteln, Titeln und Soundeffekten, die uns den ganzen Weg von der Bearbeitung bis zur Ausstrahlung begleitet", sagt Offline Editor Dave Williams.

Die Beliebtheit

Kieran Roberts ist sich sicher, dass sein Publikum den Aufwand zu schätzen weiß "Nur ein Bruchteil der 500.000 typischen Coronation Street-Zuschauer sieht sich die Serie momentan in HD an, doch es ist sehr wichtig für uns, dass auch diese kleine Gruppe zufrieden ist. Nach 50 Jahren Produktion wollen wir sicherstellen, dass Coronation Street immer noch genau so ein Publikumsrenner ist wie bei seiner Erstausstrahlung."