Mit Media Composer wird 2012 schon heute Realität

Die meisten Kinobesucher sind mittlerweile gelangweilt von gewaltüberladenen Actionfilmen mit vorhersehbarer Handlung. Roland Emmerichs Epos 2012 dagegen bringt frischen Wind in das Filmgenre: Kritiker loben die verblüffende Realitätsnähe, die komplexe Handlung und die innovativen visuellen Effekte.

Die meisten Kinobesucher sind mittlerweile gelangweilt von gewaltüberladenen Actionfilmen mit vorhersehbarer Handlung. Roland Emmerichs Epos 2012 dagegen bringt frischen Wind in das Filmgenre: Kritiker loben die verblüffende Realitätsnähe, die komplexe Handlung und die innovativen visuellen Effekte. Cutter Peter Elliot und David Brenner sowie Cutter-Assistenten Rob Malina und Rich Molina haben während der gesamten Produktionsphase mit Avid Media Composer-Systemen gearbeitet. Nur so war es möglich, den knapp bemessenen Produktionsplan einzuhalten, über 1400 Sequenzen mit visuellen Effekten in den Film zu integrieren und in zwei Ländern gleichzeitig am Filmschnitt zu arbeiten.

Die Handlung des Films basiert auf der Idee, dass der Kalender der alten Maya für den 21. Dezember 2012 das Ende unserer Zivilisation prophezeit. Die Aufheizung des Erdkerns führt zu einer Verschiebung der Erdkruste. Mit verheerenden Folgen: Erdbeben und Flutwellen richten Verwüstungen an, ganze Städte brechen zusammen, Kalifornien versinkt im Meer. Während auf der Leinwand das Chaos regiert, sorgt hinter den Kulissen Media Composer für eine heile Welt.

"Media Composer hat wirklich von Anfang an eine entscheidende Rolle bei der Filmproduktion gespielt", so Elliot. "Insbesondere bei der Voranzeige von Filmszenen ist das System unschlagbar." Laut Elliot kann man sich die Voranzeige wie ein verschiebbares Storyboard vorstellen. Anhand von computeranimierten Bildern wird die Handlung vor dem eigentlichen Dreh der einzelnen Filmszenen visualisiert. "Die Voranzeige gibt mir die Gelegenheit, mich vor dem Dreh mit dem Regisseur zusammenzusetzen und herauszufinden, wie er sich die Szenen vorstellt. Insbesondere bei einem Film voller visueller Effekte wie 2012 ist es sehr hilfreich, die Szenen aus der Voranzeige mit Media Composer anordnen und in den Film schneiden zu können. Ich kann intuitiv und ohne Greenscreen arbeiten und kann mir das Ergebnis direkt anzeigen lassen, anstatt es mir nur vorzustellen."

Ein Film, zwei Standorte

Ein Filmdreh an mehreren Standorten stellt das Team immer vor besondere Herausforderungen. 2012 war hier keine Ausnahme. "Wir haben den gesamten Film in Filmstudios in Vancouver gedreht", sagt Elliot. "Ich arbeitete in Vancouver, David war in Los Angeles. Roland war abwechselnd einmal hier, einmal dort. Der Übereinstimmung halber haben unsere Sony-Techniker in beiden Studios dieselbe Anlage installiert – dieselben Monitore, dieselben Lautsprecher. Wir haben ständig Dateien hin- und hergeschickt. Mit den [Avid] Unity-Systemen konnten wir den Prozess völlig reibungslos gestalten."

"Die Kommunikation lief über einen Skype-Chat. Und wir waren mit beiden Systemen online", fügt Brenner hinzu. "Dank Unity konnten wir dieselben Medien gemeinsam nutzen und einen reibungslosen Arbeitsablauf zwischen Vancouver und L. A. gewährleisten. Es war tatsächlich so, als wären wir im selben Raum."

Die Skalierbarkeit des Avid Unity-Systems bot Vorteile anderer Art, als im weiteren Verlauf des Projekts zusätzliche Media Composer-Workstations hinzugefügt wurden. "Sobald ein Laufwerk voll war, haben wir ganz einfach die Kapazität des Volumes erhöht", so Cutter-Assistent Rich Molina. "Das System bietet unzählige Anpassungsmöglichkeiten."

Eben diese Anpassungsfähigkeit hat es dem Filmteam auch ermöglicht, eine kreativitätsfördernde Arbeitsumgebung für Regisseur Roland Emmerich zu schaffen. "Wir haben sowohl das Mischkino als auch den Screening-Room mit dem Unity-System verbunden", erklärt Cutter-Assistent Rob Malina. "Das Weiterleiten der Schnitte in den Screening-Room hat uns eine Menge Zeit gespart. Der Regisseur war begeistert. Er arbeitet sehr gerne im Screening-Room, und wir konnten die Schnitte direkt von dort aus bearbeiten."

Gut organisiert

Für einen Cutter-Assistenten ist gute Organisation alles. "Es gehört zu den Aufgaben des ersten Cutter-Assistenten, Informationen an mehr oder weniger alle am Projekt beteiligten Mitarbeiter weiterzuleiten", so Molina. "Wir sind wie Bibliothekare, die für Ordnung sorgen, sodass jeder schnell das findet, was er braucht. Media Composer spielt in meinem Job eine große Rolle, wenn es darum geht, zahllose visuelle Effekte zu sortieren."

Malina stimmt dem zu: "Organisation ist alles beim Dreh eines Spielfilms. Alle Materialien müssen jederzeit verfügbar sein. Ich muss also immer wissen, was wo zu finden ist. Dank Media Composer und Unity bin ich besser organisiert. Alle Aufnahmen und sämtliche Informationen sind jederzeit griffbereit und die Leute hier bei Sony Digital Picture Editorial wissen mit solch einer Konfiguration umzugehen."

Etwas für Augen und Ohren

High Definition-Releases sind auf dem Markt inzwischen üblich. Die Integration von HD in den gesamten Produktionsprozess war jedoch bis vor Kurzem noch sehr rechenintensiv. Mit Media Composer Nitris DX konnten Brenner und Elliot während des gesamten Projekts mit HD arbeiten, was den Editing-Prozess entscheidend verbesserte.

"Das Editing in HD mit Nitris hat unsere Arbeit von Grund auf verändert", kommentiert Brenner. "Dadurch, dass wir das Material so klar vor Augen hatten, konnten wir wichtige Entscheidungen in Bezug auf Fokus und Farbgehalt treffen und die Schnitte auf einer großen Leinwand vorführen. Das ist besonders hilfreich, wenn man mit einem Regisseur wie Roland Emmerich arbeitet, für den das Visuelle im Mittelpunkt steht. Man muss nicht mehr spekulieren, wie das Ergebnis aussehen wird."

Der erforderliche Speicherplatz ist eine Herausforderung beim Arbeiten mit HD, denn jede Sekunde unkomprimierter Daten erfordert 1,5 GB Festplattenspeicher. Avids DNx36-Codec hat dem Filmteam eine Komprimierungstechnologie zur Verfügung gestellt, die 80 % weniger Festplattenspeicher benötigt und dabei Bilder liefert, die der Standardauflösung weit überlegen sind. "DNx36 macht uns das Leben so viel leichter", schwärmt Molina. "Bei dieser Menge an Filmmaterial wäre der benötigte Festplattenspeicher ins Unermessliche gestiegen, und jegliche Bearbeitung oder Gestaltung wäre viel schwieriger gewesen."

Mithilfe der erweiterten Audiofunktionen von Media Composer konnte das Filmteam außerdem einen großen Teil des Sounddesigns in den Editing-Prozess integrieren. "Der Film ist sehr soundorientiert", so Elliot. "Mit Media Composer konnten wir das Audiomaterial optimal bearbeiten." Wir haben mit einem dreikanaligen Audiosystem (links, Mitte, rechts) gearbeitet. Mit 16 verfügbaren Tracks konnten wir sechs Mono-Tracks und fünf Stereo-Paare erstellen."

"Die Möglichkeit, OMF-Dateien in und aus Pro Tools zu im- und exportieren, ist ein enormer Vorteil", fügt Malina hinzu. "Die Kommunikation zwischen den Audio- und Videoaspekten der Produktion wird damit entscheidend verbessert."

Die Werkzeuge eines Künstlers

"Meiner Meinung nach ist unser Job eine Erweiterung des Drehbuchs – wir erzählen eine Geschichte", bemerkt Elliot abschließend. "Der Media Composer-Workflow ist intuitiv und ermöglicht mir, verschiedene kreative Optionen zu erforschen, unterschiedliche Schnitte zu testen und sie schnell im Film umzusetzen. Der kreative Prozess wird so um ein Vielfaches verbessert. Media Composer macht die Technologie transparenter, sodass ich mich auf den kreativen Teil meines Jobs konzentrieren kann: die Geschichte, die wir erzählen wollen."