Neues SFJAZZ Center erhält feingetunten Sound und Vielseitigkeit dank Hilfe von Avid, SIA und Meyer

Als Randall Klein, geschäftsführender künstlerischer Leiter der San Francisco Jazz Organization, mit der Planung eines neuen Zuhauses für die berühmte Institution begann, legte er den Architekten bei Mark Cavagnero Associates eine lange Liste mit vielfältigen Anforderungen vor. Kleins Vision verlangte nach einer höchst vielseitigen Halle mit 700 Plätzen, die einfach umgestaltet werden konnte für kleinere Auftritte mit bis zu 300 Gästen. Außerdem wollte er umfassende Produktionsausstattung sowie die Akustik eines Performing Arts Centers der Topklasse, und das bei der Atmosphäre und Intimität eines Jazz-Clubs.

Da unschwer zu erkennen war, dass die hochgesteckten Ziele von Klein eine ganze Reihe an Herausforderungen bargen, wurden mit der Projektplanung Sam Berkow und das Team bei SIA Acoustics betraut – eine Sounddesign- und Consulting-Firma, deren preisgekrönte Arbeit beim New Yorker "Jazz at Lincoln Center" und im Pearl Theater in der Palms Concert Hall in Las Vegas gehört und gesehen werden kann.

Das SIA-Team zeichnet sich nicht nur durch unglaublichen Erfahrungsreichtum aus, sondern auch durch einen Hunger nach neuen Technologien und ein Streben nach den besten Lösungen, die die professionelle Audiobranche zu bieten imstande ist. Für das SFJAZZ Center empfahl man bei SIA drei führende Produkte der Profiklasse: ein Avid VENUE Profile-System für FOH, ein VENUE SC48-Mischpult für das Monitoring und ein MINA Compact Line Array von Meyer Sound für die Hauptbühne.

"VENUE-Mischpulte bieten ein paar Vorteile, die ich wirklich schätze", erläutert Berkow, Hauptgründer und Partner von SIA. "Sie sind unheimlich einfach zu bedienen, und die Techniker können sich wirklich auf die Musik konzentrieren. Außerdem gefällt mir die Plug-In-Architektur. Jeder kann seinen eigenen iLok mitbringen, und dadurch können Tontechniker, die nicht vom Haus sind, trotzdem sofort in einer [Soundbearbeitungs- und Showfile-]Umgebung arbeiten, in der sie sich wohlfühlen, weil sie ihnen vertraut ist."

Berkow meint weiter: "VENUE bietet auch eine Flexibilität, die ich bei anderen Konsolen vermisse. Ich war noch nie in einer Situation, in der ich keine kreative Lösung fand für etwas, was ich tun wollte. Bei den VENUE-Pulten gibt es immer Möglichkeiten – einmalige Workflows, die es zu entdecken gilt. Die Systeme sind wirklich beeindruckend und vom Design her gut."

Bei der Akustik schwebte Klein ein äußerst detailreicher Klang vor, der starke Anleihen bei der natürlichen Schallausbreitung von einer Bühne aus nimmt und durch die PA-Anlage auf subtile Weise und klangneutral verstärkt wird. Dazu gehört ein geringes Maß an Reflexionen von den hinteren Wänden und reichlich Diffusschall für Aufnahmen. Ein weiteres Ziel war Flexibilität, damit die Einrichtung eine Vielzahl von Musikstilen unterbringen konnte.

"Was die Akustik betrifft, da sind Jazzräume ganz anders als Räume, die auf Rockmusik ausgelegt sind", merkt Berkow an. "Für den Jazz braucht man eine Akustik, die die Kommunikation auf der Bühne unterstützt, damit sich die Musiker selbst und gegenseitig hören. Bei einer Rockveranstaltung ist die Schallausbreitung auf der Bühne für das Publikum unwichtig. Der Sound kommt hauptsächlich aus den Lautsprechern, nicht von der Bühne."

Bei den Lautsprechern entschied sich das Team bei SIA schlussendlich für ein System von Meyer Sound, das links und rechts MINA-Line-Array-Cluster mit je 16 MINA-Elementen pro Cluster enthält. Seitlich wurden zum Auffüllen ebenfalls zwei Meyer-Cluster vom Typ JM-1s installiert. Und mittig wurde ein weiteres, nierenförmiges Cluster aus Meyer 500-HP-Subwoofern angebracht, von denen drei vorwärts und zwei nach hinten zeigen. Die Systemverarbeitung läuft über zwei Galileo-Systeme von Meyer Sound.

"Das mag vielleicht nach ein paar Lautsprechern zu viel klingen", gesteht Berkow zu, "aber mit der zunehmenden Länge der Line-Arrays können wir den Sound auf der Bühne zurückdrehen und erhalten insgesamt einen besser gerichteten Klang."

"Durch die ausgeklügelte Konfiguration geht der Klang von der Bühne aus und die Musiker hören sich gegenseitig gut. Das bringt uns sauber klingende Aufnahmen. Und die Klangausbreitung ist im Hauptsitzbereich unglaublich einheitlich. Insgesamt ist das Ergebnis wirklich großartig."

Die asymmetrisch angelegte Konzerthalle hat gegenüber und rechts von der Bühne Logen, links jedoch keine. Ein großer Baldachin (ca. 5 x 7,5 Meter), bestehend aus 68 einzelnen Diffusor-Elementen, erzeugt ein gleichmäßig durchmischtes Schallfeld auf der Bühne und im Publikumsbereich. Zusätzlich wurden einziehbare Absorber an der oberen Bühnenwand installiert, die nach Bedarf abgesenkt werden können, um Reflexionen zu dämpfen.

Der Veranstaltungsort verfügt zudem über einen zweiten Veranstaltungsraum für 70 Personen, mit zwei unterschiedlichen Bühnenkonfigurationen und zwei Glaswänden. Weiterhin gibt es ein Klassenzimmer, Probenräume und mehrer Künstlerräume. Dank durchgehender akustikgerechter Gestaltung ist der flexibel nutzbare Veranstaltungsort ausreichend isoliert.

Die Haupthalle und der zweite Raum mit 70 Plätzen sind für Aufnahmen und zur flexiblen Nutzung in Zukunft mit Lichtwellenleitern verkabelt. Kabel der Kategorien 5 und 6 sind vorinstalliert. Ein kleiner Aufnahmeraum ist mit einem Pro Tools|HDX-System und einer ICON D-Command-Bedienoberfläche ausgestattet.

"Ich denke, insgesamt gesehen haben wir die angestrebte Klangcharakteristik gut umgesetzt und gleichzeitig einen Grad an Flexibilität erreicht, den nur wenige Veranstaltungsorte bieten", fasst Berkow zusammen. "Ich freue mich, dass SFJAZZ das Jubiläum zum 30-jährigen Bestehen stilgerecht im neuen Zuhause begehen kann. Das Projekt hat uns sehr viel Spaß gemacht und es war unserem Team eine Ehre, daran beteiligt gewesen zu sein."