Nico's Challenge
Steve Audette, erfahrener Filmeditor, produziert preisgekrönte Dokumentation mit Media Composer auf einem MacBook Pro
Die Familie Calabria aus Massachusetts pflegt eine besondere Tradition für den Eintritt ins Erwachsenenleben: das "Abenteuer des Erwachsenwerdens", das jeder im Alter von 13 Jahren zu bestehen hat. Der ältere Bruder Kyle, jetzt 18, wählte Höhlenforschung in Belize für sein Abenteuer. Die elfjährige Maya hat vor, in Irland Pferde zu reiten, wenn sie 13 wird. Aber Nicolai Calabria hatte einen besonders ehrgeizigen Plan: den höchsten freistehenden Berg der Welt zu besteigen – den Kilimandscharo.
Mit seiner Unternehmung wollte Nico Spenden für die Free Wheelchair Mission sammeln, eine Organisation, die Rollstühle für Bedürftige in 75 Ländern in aller Welt, darunter Tansania, zur Verfügung stellt. Nico sagte, er wolle den Berg besteigen, um "Menschen zu helfen, die behindert sind und Hilfe nötiger haben als ich". Für einen Jungen in diesem Alter in jedem Fall ein erstaunliches Vorhaben. Das gilt erst recht für Nico: Er wurde einbeinig geboren. Alyson Roth, Development Manager der Free Wheelchair Mission, hat eng mit der Familie zusammengearbeitet und die Spendenaktion unterstützt. "Wir sind unendlich stolz darauf, was Nico erreicht hat. Er hat zwei Dinge bewiesen: Es kommt nicht darauf an, worin die Herausforderung besteht – mit der richtigen Einstellung, mit Einsatz und Entschlossenheit ist sie zu bewältigen. Und zweitens: Wer wirklich ein Herz für andere hat, kann das Leben von Menschen verändern, die sonst keine Alternative hätten."
Als der Filmeditor Steve Audette, der Produzent des mittlerweile preisgekrönten Dokumentarkurzfilms "Nico's Challenge" (Nicos Abenteuer) damals von Nico erfuhr, war ihm sofort klar, dass er sich an diesem Vorhaben beteiligen wollte. "Ich hatte einen Artikel über Nico in der Lokalzeitung gelesen und wusste einfach, dass ich diese Geschichte weitererzählen musste", so Audette. "Ich habe mich mit Carl Calabria [Nicos Vater, der Nico bei der Besteigung begleitet hatte] in Verbindung gesetzt und ihn gefragt, ob er [unterwegs] Film- oder Videoaufnahmen gemacht hat. Er hat mir das Rohmaterial geschickt und ich war sofort hingerissen, als ich es durchsah." Ich benutze Media Composer schon seit einiger Zeit ... Es gibt keine andere Software mit solcher Effizienz oder einem solchen Reichtum an Ressourcen. Klar, auch mit anderer Software werden Filme produziert. Aber als Editor wünscht man sich alle Tools, die in Reichweite sind."
Mit einfachen Mitteln viel erreicht
Aus Begeisterung und Liebe zur Sache arbeitete Audette, Senior Editor für die PBS-Serie Frontline und Editor für NOVA, nachts und am Wochenende an diesem Projekt, wobei er Avid® Media Composer® auf seinem MacBook Pro verwendete. Hinzu kamen ein externes SATA-Festplattenlaufwerk und ein zweiter LCD-Monitor – schon war das spartanische "Guerilla TV"-Setup fertig.
Der größte Teil des 15minütigen Films basiert auf den Aufnahmen von Carl Calabria. Dazwischen sind nicht weniger beeindruckende Bilder der atemberaubenden, unverfälschten Schönheit des Kilimandscharo zu sehen. "Weil ich bei NOVA arbeite, hatte ich die Gelegenheit, Carls Material um diese eindrucksvollen Filmaufnahmen zu ergänzen, die den Kilimandscharo in seiner ganzen Schönheit zeigen", erläutert Audette die zusätzlichen Aufnahmen. "Außerdem bekamen wir einige Clips von der Free Wheelchair Mission mit Menschen, denen sie durch ihre Programme geholfen hatten, und ich habe ein Interview mit Nico auf Band aufgezeichnet."
Das von Audette gesammelte Quellmaterial lag in unterschiedlichen Formaten vor: Zu Calabrias AVCHD-Material kamen digitalisierte Dateien aus Audettes HDV-Aufzeichnungen sowie HDCAM-Material aus den NOVA-Archiven von WGBH. Das führte jedoch zu keinerlei Verzögerungen bei der Produktion. "Ich habe einfach alles in Media Composer importiert und die verschiedenen Formate in DNx145 transkodiert", erklärt Audette. "Das ganze Projekt hatte Platz auf einem Laufwerk mit 250 GB."
Die richtigen Tools
Audette arbeitet schon seit langer Zeit mit Avid. Seiner Ansicht nach eignet sich Media Composer ideal für die Produktion von Dokumentarfilmen mit ihren spezifischen Herausforderungen. "Bei Dokumentarfilmen nimmt die Story – mehr als bei traditionellen Filmen im Stil von Hollywood – erst beim Editing wirklich Gestalt an. Sie sammeln Ihr Material vor Ort, aber die Story erschließt sich erst, wenn Sie sich hinsetzen und Bild und Ton schneiden und ordnen. Erst dann filtern Sie die Story nach und nach aus dem ungeordneten Leben heraus und geben ihr Gestalt."
Und an diesem Punkt wird Media Composer zum wichtigsten Tool für Audette. "Zu den Fähigkeiten eines guten Editors gehört es, quasi aus nichts etwas zu schaffen, kleine Juwelen in Material zu entdecken, das andernfalls vielleicht weggeworfen würde, und aus diesem Material ganze Szenen aufzubauen. In Media Composer kann ich mein Material gewissermaßen unter dem Mikroskop – oder aus der Vogelperspektive – betrachten und ich habe alles unter Kontrolle, was ich tue."
"Ich benutze Media Composer schon seit einiger Zeit ...", fährt Audette fort. "Es gibt keine andere Software mit solcher Effizienz oder einem solchen Reichtum an Ressourcen. Klar, auch mit anderer Software werden Filme produziert. Aber als Editor wünscht man sich alle Tools, die in Reichweite sind."
Für Audette erwies sich die ScriptSync®-Option für Media Composer als das wichtigste und unverzichtbare Tool in diesem Projekt. "Nico ist kein ausgebildeter Schauspieler, aber ich wollte zeigen, dass es seine Geschichte ist, und keine Erzählerstimme darüberlegen. Ich musste also mit dem vorhandenen Rohmaterial arbeiten. Es gab Situationen, in denen ein Satz von Nico in einem bestimmten Moment enden musste. Ich habe mit ScriptSync nach Stellen gesucht, in denen auf das betreffende Wort kein Komma, sondern ein Punkt folgt, und dies dazu verwendet, den Satz natürlich enden zu lassen. Es gibt keine andere Anwendung, die diese Möglichkeit bietet."
Manchmal sind die Feinheiten entscheidend. Media Composer erleichterte auch hier die Arbeit. "In einigen Szenen habe ich die Größenänderung benutzt, um [das Bild] auf Nico einzuzoomen, wenn er spricht", erzählt Audette. "Das ist sehr wirksam, um in einem Gespräch mehr Nähe zu erzeugen. Noch effizienter ist, dass alles in einer Bin bereitliegt und ich es dort herausziehen und an der richtigen Stelle ablegen kann, sobald ich das Material brauche."
Der letzte Schliff
Auch nachdem Audette den Schnitt auf seinem Laptop abgeschlossen hatte, blieb er für die verbleibenden Arbeiten bei Avid. "Bei derart heterogenem Quellmaterial musste ich dafür sorgen, dass alles einheitlich aussieht", erläutert er. "Ich habe das endgültig geschnittene Material zu Frontline Outpost mitgenommen und ein paar Tage zusammen mit Mike Amundson an der Farbkorrektur gearbeitet – auf einem Symphony Nitris DX-System."
Für die gesamte Audio-Postproduktion kam Pro Tools|HD® zum Einsatz. "Wir haben das Originalinterview mit Nico digitalisiert und einen Teil des natürlichen Sounds aus dem AVCHD-Material dazugenommen", erklärt Audette. "Das alles habe ich um einige Effekte aus Online-Bibliotheken ergänzt und mein Freund John Lowe hat Musik für den Film komponiert. Das ganze Audio habe ich als AIFF-Dateien importiert und als OMF-Dateien für die Postproduktion ausgegeben – ein Workflow, bei dem wirklich alles ineinandergriff. Media Composer und Pro Tools funktionieren wirklich nahtlos zusammen."
Vom stillen Kämmerlein zum Erfolg
Nachdem der Film fertig war, musste Audette Möglichkeiten finden, ihn zu zeigen. "Mit einem Kurzfilm wie diesem konnten wir nicht den Weg über traditionelle Vorführungen gehen", erklärt er. "Wir mussten kreativ werden und uns selbst überlegen, wie wir ihn in die Öffentlichkeit bringen. Also habe ich [den Film] im Lauf eines Jahres zur Teilnahme an über 40 Filmfestivals angemeldet. Wir wurden bei einigen, aber nicht allen zugelassen: Bei einigen [Festivals] gibt es eben sehr viel Konkurrenz. Für den amerikanischen Pavillon in Cannes angenommen zu werden, war schon mehr, als ich mir hätte träumen lassen. Als sie ankündigten, dass wir [in der Kategorie Best Short Documentary im Emerging Filmmakers Showcase des amerikanischen Pavillons beim Filmfestival in Cannes] gewonnen hatten, konnte ich es ganz ehrlich nicht glauben. Wir waren im Wettbewerb mit 400 anderen Filmen. Und so eine bedeutende Veranstaltung – wir fühlten uns recht klein. Wir haben hier so viele wunderbare Filme gesehen, es ist schon überwältigend, auch nur teilnehmen zu dürfen."
Für Audette ist diese Auszeichnung noch verheißungsvoller, denn Nico's Challenge ist sein erster eigener Film. "Ich habe jahrelang Filme für andere geschnitten, aber dies ist der erste Film, den ich tatsächlich selbst produziert habe. Diesen Film über Nico geschaffen zu haben, bringt mir meine künstlerischen Fähigkeiten zum Bewusstsein. Ich arbeite nicht mehr an den Filmen anderer, sondern produziere meine eigenen. Diese Erfahrung hat mich dazu inspiriert, nach innen zu schauen und etwas zu entdecken, das ich bis jetzt zurückgehalten habe."
Selbstverständlich wurde der Film in erster Linie produziert, um Aufmerksamkeit für ein humanitäres Projekt zu gewinnen. Der Preis bei den Filmfestspielen in Cannes trägt auch zur Förderung dieses Ziels bei. "Wir sind dankbar für das Engagement der Familie Calabria und Steve Audettes, um das öffentliche Bewusstsein für Menschen in Entwicklungsländern zu fördern, die Rollstühle benötigen", sagt Alyson Roth von FWM. "Nicolais Einsatz hat genug Geld für erheblich mehr als 2.000 Rollstühle eingebracht."
"Alle an diesem Projekt Beteiligten haben Zeit und Talent eingesetzt. Wenn dieser Film dazu beiträgt, die Free Wheelchair Mission bekannt zu machen, liegt das auch unmittelbar an Media Composer", meint Audette. "Eine Story so reibungslos zu produzieren – und optimal zu nutzen – ist nur mit Media Composer zu erreichen. [Diese Software ist] mein unverzichtbarer Partner, wenn es um Kreativität geht, [und] fähig, meine Vision Realität werden zu lassen. Mit Media Composer spüre ich immer, dass ich die Tools habe, die ich für die Story brauche."
Die Herausforderung:
Die Geschichte über das mutige "Abenteuer des Erwachsenwerdens" eines Jungen mit begrenzten Ressourcen und noch enger begrenztem BudgetDie Lösung:
Eine schlanke, aber leistungsstarke Suite aus Macbook Pro und Media ComposerWorkflow:
MacBook ProCore 2 Duo (2,66 GHz, 17 Zoll)mit Media Composer für Editing; Symphony Nitris DX für Farbkorrektur; Pro Tools für Audio-Postproduktion
Verwendete Produkte:
Media ComposerPro Tools|HD
ScriptSync
Symphony Nitris DX

