Selena Gomez und Delicate Productions bringen VENUE auf ein ganz neues Level

Sie hat vor ihrem zwanzigsten Geburtstag mehr erreicht als andere in ihrem ganzen Leben. Zehn Jahre nach ihrem Debüt in Barney and Friends ist Selena Gomez wohl einer der gefeiertsten Stars des Jahres. Dies zeigt sich in einer Fülle von Würdigungen für ihr darstellerisches Schaffen in Film und Fernsehen, einer musikalischen Karriere mit mehreren Platin-Auszeichnungen, einer Designer-Modekollektion und mehreren Engagements für wohltätige und soziale Zwecke.

Selena Gomez, die derzeit mit ihrer Band, Selena Gomez & the Scene, auf Tour ist, sorgt für gefüllte Stadien und hat Auftritte in ganz Nordamerika, und es scheint, dass dies noch lange so weiter geht. Die auf der Tour eingesetzten Audiosysteme werden von California's Delicate Productions bereitgestellt, darunter drei Avid VENUE Profile-Systeme, jedes mit FOH und Stage Racks von Hi-Tech Audio. Javier Alcaraz, der Produktionsmanager und Monitor-Engineer, erklärt, dass der Aufbau des Systems alles andere als typisch ist.

"Wir haben vernetzte Profile-Systeme am FOH- und Monitor-System, und ein drittes Profile-System steht für den Support-Act bzw. als Reservesystem bereit", sagt Alcaraz. "Obwohl der Systemaufbau auf VENUE und Pro Tools basiert, haben wir einen Computer, auf dem das Digital Performer-System (von Mark of the Unicorn) läuft, mit dem ein großer Teil der Show ausgeführt wird."

Verantwortlich für das Computernetz ist Marco Gamboa, ein erfahrener Pro Tools-Benutzer, der mit Shania Twain, Jennifer Lopez und Luis Miguel in aller Welt auf Tour war. Gamboa unterstreicht, dass sich seine Wahl für Digital Performer sowohl auf Funktionalität als auch auf Vertrautheit begründet. "Obwohl ich Pro Tools nutze, habe ich seit vielen Jahren auch mit Digital Performer gearbeitet – und zwar schon seit der Zeit, als das System nur Performer genannt wurde. Ich bin sehr schnell damit", sagt er. "Die Tatsache, dass VENUE die Anbindung an DP und Pro Tools vereinfacht, sorgt für einen reibungslosen Ablauf."

"Digital Performer ist die treibende Kraft", fährt Gamboa fort. "DP erzeugt den Timecode und die Zuordnungsänderungen, die Video, Scheinwerfer und MIDI-Controller für die Band auslösen, wodurch alle Funktionen eng miteinander zusammenwirken. Es gibt auch eine Metronomspur und hier und da ein bizarres Keyboard. Die Band spielt fast alles live, aber manche Soundeffekte kommen von DP."

Außerdem wird der Timecode zum Auslösen der Snapshot-Automation von VENUE verwendet. Die Show ist jedoch weit davon entfernt, automatisiert zu sein. "Wir begannen anfangs, während der Proben für jeden Teil jedes Songs Snapshots zu erstellen, aber das war viel zu steril", erklärt Brennen Houser, der Audio-Teamchef von Delicate Productions. "Die Band ist im Grunde eine Live-Band, und so sollte sie auch klingen. Darum haben wir den Einsatz der Automation reduziert und verwenden sie im Wesentlichen nur für den Start jedes Songs. Von da an übernimmt Jason (Moore, FOH-Techniker) die Mischung, was ähnlich wie mit einer analogen Konsole abläuft, abgesehen von ein paar Snapshots für Effektänderungen und Dämpfungen."

Houser verweist zudem auf die Benutzerfreundlichkeit der VENUE-Plattform, was das Mischen und Übertragen von Dateien betrifft. "Ich habe viel auf digitalen Konsolen gemischt, und VENUE gebe ich in ergonomischer Hinsicht definitiv den Vorzug", sagt er. "Zudem ist die Möglichkeit, die gesamte Show auf einem USB-Stick speichern zu können, ein riesiger Vorteil. Während der Tour waren wir ein paar Mal im Flugzeug unterwegs, und es war großartig, vor dem Auftritt einfach nur ein VENUE-System zu verlangen, unsere USB-Sticks einzustecken, unsere Dateien hochzuladen und dann schon startklar zu sein."

Jede Show wird vom Kontrollpult aus in Pro Tools aufgezeichnet, und die resultierenden Show-Dateien werden mit Virtual Soundcheck von VENUE verwendet. "Die Möglichkeit, die gesamte Show wiedergeben zu können, ist ein unschätzbarer Vorteil, wenn etwas nachgebessert werden muss", sagt Alcaraz. "Wir haben nicht immer den Luxus, die Band zur Verfügung zu haben, und wir können fast sicher sein, dass Selena nicht dabei ist. Sie hat so viele Termine, dass unser Zeitrahmen für sie absolut nebensächlich ist. Nur wenige Minuten vor einem Auftritt ist sie für uns ansprechbar. Ich glaube, wir haben auf der gesamten Tour nur einmal mit ihr einen Soundcheck gemacht."

Alcaraz betont, dass Virtual Soundcheck auf dieser Tour nicht nur für den Audiobereich eingesetzt wird. "Wenn Marco in Digital Performer auf Play drückt, schicken wir den Timecode an das Pro Tools-System, gleichzeitig mit der Band", sagt er. "Bei einer Wiedergabe mit Virtual Soundcheck kann dieser Timecode praktisch die gesamte Show reproduzieren: alle Konsolen, die Musik, die Scheinwerfer, Video – einfach alles. Wenn ich dann in Pro Tools auf Play drücke, folgt alles Weitere."

"Wir haben eines unserer speziellen Pro Tools-Systeme mit 64 Tracks eingesetzt. Diese Systeme wurden von Brad Madix, Greg Price und mir konzipiert, damit ein Zusammenwirken mit dem Netzwerk möglich ist", erklärt Louis Adamo von Hi-Tech Audio. "Während der Show zeichnet das System direkt von der Steuerkonsole aus auf. Da aber beide Konsolen mit MADI-Schnittstellenkarten ausgestattet sind, müssen nur ein oder zwei BNC-Anschlüsse neu konfiguriert werden. Über diese Anschlüsse wird der Pro Tools-Ausgang mit den Audiodaten beider Konsolen, dem Timecode und allem anderen versorgt. Im Grunde kann überall und zu jeder Zeit eine komplette Probe durchgeführt werden, sogar ohne die Band."

Adamo unterstreicht, dass der Systemaufbau – obwohl er etwas komplex und unkonventionell ist – mit VENUE gut funktioniert. "Während des Coachella Festivals im letzten Sommer haben wir viele dieser Funktionen getestet. Als Javier und Marco zu uns kamen und uns sagten, was sie tun wollten, waren wir ziemlich sicher, dies mit den VENUE-Systemen zu schaffen."

"Wir versuchen immer, an die Grenzen zu gehen, aber wenn es um eine Live-Show geht, die Nacht für Nacht vor Tausenden von Zuschauern stattfindet, muss auf ein System zu 100 Prozent Verlass sein", so Alcaraz. "Marco, der sehr auf totale Zuverlässigkeit bedacht ist, erstellt von allem Sicherungskopien. Dasselbe gilt für mich in Bezug auf Monitore. Mit weniger zuverlässigen Systemen würden wir nicht arbeiten."