Technicolor (Frankreich)

Mit dem Ziel, Europas Synchronisationsstandort Nummer eins zu werden, eröffnet Technicolor eine neue, mit Pro Tools|HD und ICON ausgestattete Einrichtung in Paris.

Als führender Filmproduktions- und Filmbereitstellungsanbieter in den USA hat Technicolor auch in Europa sein Geschäft beständig weiterentwickelt. Das Unternehmen erweiterte kürzlich mit der Übernahme von Auditoriums de Joinville und Société industrielle de Sonorisation sowie ScanLab und Duboi seine Audio-Services bzw. sein Postproduktions-Angebot. Durch die Einrichtung eines neuen Technicolor Entertainment Services France(TESF)-Audio-Komplexes in Saint-Cloud bei Paris baut das Unternehmen seine Position im europäischen Postproduktionssektor nun weiter aus. 

Hierbei handelt es sich um den ersten europäischen Standort von Technicolor, der sich ausschließlich der Synchronisation widmet. Für Fred Taieb (Leiter der Synchronisation/Tonmischer, Audio-Designer und Studiomanager bei TESF) war die Auswahl des richtigen Audiosystems entscheidend, um perfekt optimierte Workflows gewährleisten zu können – sowohl standortintern als auch zwischen anderen internationalen Technicolor-Komplexen untereinander. Das System seiner Wahl: die Avid Pro Tools|HD-Produktfamilie.

"Alle Arbeitsabläufe hier, von der Aufnahme über die Synchronisation bis zu Voiceover werden vollständig mit Pro Tools|HD ausgeführt", erklärt Taieb, "außerdem haben wir in den drei Mischstudios drei integrierte Avid ICON-Konsolen installiert."

Pro Tools|HD, Pro Tools 10 und ICON im Mittelpunkt

Auf einer Fläche von 650 m² beherbergt der Komplex hauptsächlich sechs Studios – drei für Aufnahme und Synchronisation sowie drei Mischstudios. Taieb, der eine wesentliche Rolle bei der Auswahl der Systeme und der technischen Infrastruktur spielte, wählte für jedes dieser Studios den Bedürfnissen der Teams entsprechend die passenden Pro Tools|HD-Systeme aus: Die Aufnahmestudios wurden mit -Pro Tools|HD Native-Systemen ausgestattet, die Mischstudios erhielten Pro Tools|HDX-Systeme.

"Da wir alle Elemente im Pro Tools-Format erhalten und liefern, ist es einfacher und sicherer, Pro Tools im gesamten Ablauf zu nutzen", erklärt Taieb. "Dieses Tool eignet sich besonders gut für die Synchronisation. Nachdem meine amerikanischen Beta-Tester bestätigten, dass Pro Tools HD 10 sehr stabil läuft und keinen großen Aktualisierungsaufwand für Plug-Ins benötigt, habe ich es sofort installiert. Unsere Ergebnisse waren sehr positiv. Dank RAM-Festplatten-Cache ist Pro Tools HD 10 viel leistungsfähiger und ermöglicht uns, schneller und effizienter zu arbeiten als zuvor.

Unter den für die Audio-Postproduktion vorgesehenen Studios widmen sich die Studios 1, 2 und 4 der Aufnahme, während Studio 3 mit 7.1-Monitoring und ICON D-Command ES-Bedienoberfläche für das Mischen genutzt wird. Die für Kinoproduktionen entworfenen Studios 5 und 6 sind jeweils mit einer ICON D-Control ES in Konfiguration mit 32 oder 48 Fadern ausgerüstet.

"Ich mische seit 2003 mit ICON und halte die D-Control für ein hocheffizientes Gerät", schwärmt Taieb. "Die Konsole ist einfach zu bedienen, extrem effizient und sehr zuverlässig. Durch die Kombination von D-Control und Pro Tools HD 10 habe ich die Freiheit, den Technik-Aspekt zu vergessen. So bleibe ich kreativ und kann wirklich mein Bestes geben."

Insbesondere gefallen Taieb die erweiterten Automationsoptionen, die er täglich nutzt. "Bei Filmen wie Transformers musste ich die französische Audiomischung teilweise nachbearbeiten," erklärt er. "Drei Jahre später konnte ich alle Elemente und alle meine automatisierten Plug-Ins mit nur ein paar Klicks wiederfinden. Die Verarbeitungsparameter lassen sich auch mit den Encodern ebenso wie mit den Fadern steuern. Das tue ich besonders gerne, wenn ich beispielsweise die Reverb-Decay-Zeit präzise steuern möchte, um sie auf die Bewegungen der Menschen im Bild abzugleichen, während ich das Bild anschaue. Perfekt, simpel und einfach zu bedienen."

Eine internationale Angelegenheit

Für Filme, die im vielsprachigen Europa herauskommen, ist umfangreiche Synchronisierung erforderlich. Genau hier kommen Einrichtungen wie TESF ins Spiel. "Wenn ein Film international vertrieben wird", erklärt Taieb, "werden von den insgesamt 40 Sprachen zwischen 28 und 32 in Europa produziert."

Um das Weitergeben von Bild- und Audioelementen zu ermöglichen und gleichzeitig ein hohes Sicherheitslevel zu gewährleisten, nutzt TESF das Technical Private Network (TPN), das alle Technicolor-Einrichtungen miteinander verbindet – insbesondere den Komplex in Hollywood, aber ebenso die Standorte in Kanada, Italien, Großbritannien und sogar Thailand. "Die große Gemeinsamkeit besteht darin", meint Taieb, "dass uns meistens eine Pro Tools-Session zur Verfügung gestellt wird, die die VI und die englischen Stimmen als Referenzmaterial enthält."

Bahn frei für mehrsprachiges Mixing

Außer den französischen Audioversionen verschiedenster Filmtonspuren, die hier aufgenommen und gemixt werden, möchte Taieb in Zukunft auch weitere fremdsprachige Versionen bei Technicolor abmischen. Da die gesamte Verarbeitung über Plug-Ins stattfindet, deren Einstellungen unmittelbar abgerufen werden können, wäre es für das Team sehr einfach, mehrsprachige Versionen der Mischungen zu entwickeln.

"Reverb- und Spezialeinstellungen sowie die gesamten in Pro Tools für die französische Audioversion bereits vorbereitete Bearbeitung lassen sich in Sekundenschnelle abrufen und dann als Basis für die anderen Versionen verwenden", so Taieb. "Wir verfügen über europäisches Mischtechnik-Know-how und können die Stimme mehr oder weniger hervorheben, je nach Charakteristik der jeweiligen Sprache."