Transformers: Die Rache

Ein neuer Workflow für Blockbuster-Produktionen mit einer umfassenden Video-, Audio- und Netzwerklösung von Avid

Transformers: Die Rache [Transformers: Revenge of the Fallen] gehört sicher zu den Lieblingssünden dieses Sommers. Die Fortsetzung des Kinohits Transformers des Regisseurs Michael Bay von 2007 hat alles, was sich das Publikum für die Unterhaltung bei sommerlichen Temperaturen wünscht. „Da ist alles dabei!“ sagt Calvin Wimmer, erste Schnittassistenz, „Riesenroboter, Action, und es ist lustig. Gerade habe ich die IMAX-Version gesehen. Eine 17-Meter-Leinwand voller Roboter – das war einfach gigantisch.“ 

Immerhin 5 Cutter, Roger Barton, Tom Muldoon, Joel Negron, Paul Rubell und Wimmer waren über ein Jahr mit der Postproduktion beschäftigt, arbeiteten die verschiedenen Handlungsstränge heraus, mischten die visuellen und Sound-Effekte in diesem Non-Stopp-Actionabenteuer.  Dank bandlosem HD-Workflow konnten sie problemlos gemeinsam auf das Bildmaterial und die aktuellen Ausspielungen zugreifen und gleichzeitig anspruchsvolle Composites und Soundeffekte mit aller Reinheit und Präzision bearbeiten.

Jeder Cutter stürzte sich in die Arbeit und arbeitete an eigenen Szenen, aber auch an denen der anderen. „Ich glaube jeder von uns hatte in praktisch jeder Szene des Films seine Finger drin“, meint Barton. „Das kommt von Michaels Arbeitsweise. Er sieht das Material gerne aus verschiedenen Blickwinkeln. Sein Ego muss man dabei wirklich an der Garderobe abgeben, denn eine Szene, die du eben geschnitten hast, kann am nächsten Tag von jemand anderem neu bearbeitet werden. Es ist eine interessante Arbeitsweise. Letztendlich wird davon der Film besser, denke ich.“

Eines der Ziele war, schon für die Überprüfung und Vorschau zu jedem Zeitpunkt des Postproduktionsprozesses möglichst voll bearbeitete Ausspielungen zu erzielen, die der Idee des Regisseurs entsprachen. „Michael Bay erwartet, dass in einer Ausspielung alles geschliffen ist, vor allem der Soundtrack“, erklärt Wimmer. „Da musst du die große Show fahren, und das jeden Tag und bei allem, was du tust.“

Mit neuester Technologie alles unter Dach und Fach

Das Cutterteam verwendete neun Avid Media Composer Nitris DX-Systeme in drei verschiedenen Gebäuden bei Bay Films in Santa Monica. „Ein Projekt dieser Größe kann ich mir ohne Media Composer nicht vorstellen“, erklärt Barton. Alle Systeme in den verschiedenen Gebäuden waren über ein bodenverlegtes Glasfasernetz an ein Unity MediaNetwork-Speichersystem von AVID angeschlossen.

„Es ist einfach traumhaft, von jedem Standort aus immer Zugriff auf den gesamten Film zu haben“, meint Wimmer zum Avid Unity-Netzwerk mit einem gemeinsamen Speicher von 16 Terabyte. „Michael konnte so von Raum zu Raum gehen, mit jedem Cutter arbeiten und hatte dabei in jeder Schnittstation dasselbe Material anliegen. Das erleichterte ihm die Arbeit ungemein. Er erwartet, dass es [das Schneiden] schnell, präzise und problemlos verläuft. Er hat viel zu tun  und kann nicht auf Render oder Crashes warten.“

 
 Ich kenne niemanden, der einen 200 Mio. $-Film macht und nicht mit einem Media Composer-System schneidet.
Roger Barton, Cutter, Transformers: Die Rache

Das blieb ihm auch erspart... Das Avid Editing- und Speichersystem funktionierte in jeder Editing Suite tadellos und konnte sogar auf Michael Bays Laptop gelegt werden, auf dem ebenfalls die Media Composer-Software installiert wurde. Der Regisseur konnte so von jedem Ort aus Ausspielungen ansehen und die eine oder andere auf sein System ziehen, Ideen mit den Cuttern austauschen.

„Er hatte bei seiner Reise um die Welt den gesamten Film dabei“, erklärt Barton. „Er konnte aus Material, das nur einige Tage zuvor aufgenommen worden war, eine einfache Rolle mit ausgewählten Ausspielungen zusammenstellen. Für uns war das extrem hilfreich. Er konnte die Szenen in derselben Timeline ansehen, die wir hier haben und uns ganz spezifische Rückmeldungen geben. Auf diese Weise konnte er uns sehr viel mehr mitteilen als nur ‚Ich mag diese Einstellung’, er konnte sagen, ‚Dieser Augenblick im Film ist mir wichtig’. Wir konnten also dieses Material und die Kommentare gleich einarbeiten, und damit kamen wir wesentlich schneller voran. Wir konnten die Änderungen umsetzen und ihm das Material innerhalb weniger Stunden zurücksenden.“

HD bringt’s

Bay und die Cutter arbeiteten beim Schnitt dieses Films erstmals mit HD. Er wurde in Super 35 aufgenommen und mit Media Composer-Software in Avid DNxHD 36-Format geschnitten. Das speichereffiziente HD-Format erlaubte es den Cuttern, sogar mit detailreichen HD-Bildern in komplexen, mehrschichtigen Composites genau so schnell und unkompliziert zu arbeiten wie mit SD-Formaten. Auf der kreativen Seite konnten sie dafür auf kleinste Details achten, wie den Ausdruck in den Augen einer Figur oder absolute Präzision bei der Tonsynchronisation.

Die Schärfe der Avid DNxHD 36-Bilder war so gut, dass das Format zum Austausch von Dateien mit den Studios für visuelle Effekte verwendet wurde, um den Beurteilungs- und Genehmigungsvorgang zu rationalisieren. „Wir beendeten beispielsweise eine Übertragung mit [dem Effektstudio] und innerhalb einer Stunde waren alle geprüften Aufnahmen wieder zurück in [Avid] DNxHD 36, und wir schnitten sie im Media Composer [System]“, so Wimmer.   „Das ist genau, was Michael will.  Wenn er etwas sieht, will er es sofort im Film haben. Also Geschwindigkeit ist wirklich etwas Wesentliches für uns.“

Auch Vorführungen in mehreren Räumen wurden im Avid DNxHD 36-Format durchgeführt. Dazu muss man nur eine Ausspielung auf einen Laptop ausgeben und in den Vorführraum bringen. Diese Verfahrensweise brachte bedeutende Zeiteinsparungen im Vergleich mit dem ersten Transformers-Film, der in SD geschnitten und vor jeder Vorführung in HD konvertiert werden musste. „Durch das Arbeiten direkt in HD hatten wir unsere Vorführungen wesentlich schneller fertig als zuvor“, meint Barton. „Jetzt können wir einen Film praktisch auf Wunsch vorführen.“

Viel Zeit haben wir auch durch die gute Kompatibilität zwischen den Avid Video-Editing- und den Digidesign Pro Tools|HD-Systemen gespart, die vom Sound-Team praktisch für die gesamten Tonarbeiten verwendet werden, von der Tonnachbearbeitung und Tongestaltung bis hin zu ADR und Mixen. Dank der schnellen Übertragung der digitalen Dateien konnte das Team vor Vorführungen rasch 5.1 Surround-Mixes zusammenstellen, was den kreativen Review-Prozess zusätzlich förderte.

Im gerechten Kampf die Nase vorne

Der Avid Video-, Audio- und Speicher-Workflow entpuppte sich während der gesamten Arbeiten an diesem Film als echtes Arbeitstier – von der Animatics-Vorschau bis hin zur Fertigstellung der endgültigen Version für die nationale und internationale IMAX-Ausgabe.

„Es gibt schon viele Herausforderungen, wenn man eine Story schneidet, in der 13 m große Roboter vorkommen und km-langes Bildmaterial vorhanden ist. Wir brauchten Werkzeuge, die uns bei der Organisation dieses Materials und beim effizienten Schneiden halfen“, sagt Barton, und er ist überzeugt, dass die Medienverwaltung und die Zuverlässigkeit des Avid-Workflows nicht zu toppen sind. Ich kenne niemanden, der einen 200 Mio. $-Film macht und nicht mit einem Media Composer-System schneidet. Auf diesem Niveau, wo es wirklich um alles geht, verwenden es alle.“