Media Composer bringt Licht ins (Daten-)Dunkel der schwarzen Komödie World’s Greatest Dad

Zu Beginn seiner Laufbahn war Jason Stewart einer von vielen, die angetreten waren, Karriere in der Film- und Fernsehbranche zu machen. Nachdem er das Filmstudium an der in San Francisco ansässigen Academy of Art University abgeschlossen hatte, zog er nach Los Angeles um und nahm den erstbesten Job an, den man ihm anbot. Eine gute Entscheidung, wie sich herausstellte. Ich begann meine Arbeit als Cutter im Bereich Reality-TV, weil es der einzige Job war, den ich damals fand, und meine Media Composer-Kenntnisse kamen mir wirklich zugute, erinnert sich Stewart, der am College bereits zwei Jahre mit Avids branchenweit führender Film- und Video-Editing-Software gearbeitet hatte – was ihm später zu seinem ersten Projekt bei der MTV-Reality-Show Truth verhalf. Das war damals, als Survivor gerade zum ersten Mal auf Sendung ging — und die Leute sich noch fragten, ob Reality-TV überhaupt mehr als eine Eintagsfliege war. Für mich war es mein erster echter Durchbruch.

Seitdem war Stewart abwechselnd immer wieder an verschiedenen Reality-TV-Formaten (Amazing Race, Extreme Makeover: Home Edition, Are You Smarter than a 5th Grader?) und an Independent-Filmprojekten beteiligt. Seine neueste Indie-Produktion ist World’s Greatest Dad mit Robin Williams – die dritte mit Regisseur und Comedian Bobcat Goldthwait.

Der Umstieg von Reality-TV auf skriptbasierte Spielfilme machte Stewart anfangs etwas Gedanken. Zu seiner Überraschung stellte er jedoch fest, dass die Arbeit an Reality-Shows ideale Grundvoraussetzungen für seine Indie-Filmprojekte bot. Bei Reality-Shows gibt es keine Storys im eigentlichen Sinn, erläutert er. Es werden einfach Menschen gefilmt, die mal dies und mal das machen, und dann [während des Schnitts] wird das Filmmaterial so nachbearbeitet, dass die gewünschte Story dabei herauskommt. Als ich mit dem Editing von Spielfilmen begann, überlegte ich: 'Ok, der Regisseur möchte also eine bestimmte Story erzählen – was kann ich mit dem Material machen, das mir zur Verfügung steht?' Von Regeln für die Postproduktion von Spielfilmen ließ ich mich nicht einschränken. Ich wollte die Story einfach nur bestmöglich rüberbringen.

ScriptSync – immer der beste Take

Mittlerweile war Stewart bereits an insgesamt neun Spielfilmen beteiligt, und nach wie vor nutzt er Avid-Systeme, um seine erzählerischen Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Bei World’s Greatest Dad arbeitete er mit einer Avid Media Composer Mojo DX-Workstation, wobei ihm die innovative ScriptSync-Funktion der Media Composer-Software half, die komödiantische Seite des Films optimal herauszustellen. Diese wirklich einzigartige Funktion beschleunigt die Bearbeitung skriptbasierter Produktionen durch die Möglichkeit, Dialoge phonetisch zu indizieren und Quell-Clips auf diese Weise automatisch mit dem Skript zu synchronisieren, so dass Takes schnell aufgefunden und miteinander verglichen werden können.

 
 Ob wir die Stimmung trafen, hing von den jeweiligen Performances ab. Und mit ScriptSync fanden wir genau die richtigen Takes.
Jason Stewart, Editor, World's Greatest Dad

Die Herausforderung bei diesem Film war, den Ton zu treffen, so Stewart. Und das ist bei einer schwarzen Komödie gar nicht so einfach. Der von Robin Williams gespielte Lance ist ein eher trauriger Mensch, und wir sprachen lange darüber, ob wir ihn den Zuschauern pathetisch oder einfühlend präsentieren sollten. Ob wir die Stimmung trafen, hing von den jeweiligen Performances ab. Und mit ScriptSync fanden wir genau die richtigen Takes.

Stewart und seine Assistentin Stacy Katzman hatten die ScriptSync-Funktion vorher noch nie genutzt. Nachdem sie jedoch im Rahmen einer Produktdemonstration die Möglichkeiten kennen gelernt hatten, waren sie überzeugt, dass es für ihr Projekt gut geeignet war. Also überführten sie das Skript in Media Composer und begannen, ScriptSync für die Auswahl der verschiedenen, aus den unterschiedlichsten Perspektiven aufgenommenen Takes einzusetzen – indem sie einfach eine Zeile oder Phrase eingaben. Mit ScriptSync entging uns absolut nichts, fährt Stewart fort. Bei Comedy-Produktionen sucht man immer nach witzigen Szenen, die funktionieren und die gewünschten Reaktionen auslösen. Da kommt es auf jede Zeile an. Ein einziger Take ist nicht genug. Mit ScriptSync standen uns sofort sämtliche Versionen zur Verfügung – Weitwinkel, Halbtotale, Nahaufnahme. Ich kann mich an keine Szene erinnern, in der wir nicht Robins jeweils besten Take verwendet haben. Bei einer Komödie wie World’s Greatest Dad ist ScriptSync die Rettung.

Dies gilt auch in zeitlicher Hinsicht. Stewart schätzt, dass er und seine Assistentin während der Postproduktion dank ScriptSync ungefähr zwei Wochen Bearbeitungszeit eingespart haben. Ohne ScriptSync hätten wir das ganze Rohmaterial durchsuchen müssen. Clips selektieren, Clips öffnen… Das ist zeitraubend und mühsam. Und immer häufiger denkt man 'Hm, das ist besser als das, was wir schon haben.' Wenn man so unter Zeitdruck steht wie wir, begnügt man sich dann irgendwann mit 'gut genug'.

Mit ScriptSync hingegen kamen die künstlerischen Aspekte des Filmschnitts während der gesamten 17-wöchigen Postproduktionsphase niemals zu kurz. Früher waren wir mit dem Film dadurch zwar nicht fertig, aber wir konnten mehr machen, stellt Stewart fest. Und wir hatten mehr Zeit für Testvorführungen mit unseren Freunden und Familien, um sicherzugehen, dass die Szenen auch wirklich funktionieren. Als wir den Film zum Schluss noch einmal gemeinsam ansahen, waren wir uns sicher, dass wir aus dem zur Verfügung stehenden Material das Optimum herausgeholt hatten. Das kommt bei Indies nicht oft vor.

Ein Merkmal von Independent-Produktionen ist sicherlich das knappe Budget, und auch hier spielt Media Composer Stewart zufolge seine Stärken aus und hilft, die Kosten im Rahmen zu halten. Wenn man sich für ein Schnittsystem entscheidet, muss man auch die Zeitersparnis beim Editing berücksichtigen, und welchen Anteil dieser Aspekt hat, erklärt er. Wir haben bei der Bearbeitung gut zwei Wochen gespart. Das wirkt sich schon deutlich auf die Kosten aus.

ScriptSync für den Ton

Selbst als die Bildbearbeitung bereits abgeschlossen war, erwies sich ScriptSync als ausgesprochen hilfreich. Es kam immer wieder vor, dass Goldthwait bei der Abmischung eine Überarbeitung bestimmter Dialogstellen wünschte – aufgrund der Audioqualität oder der Performance. Daher bat er Stewart, Media Composer auch mit ins Tonstudio zu bringen, um Alternativ-Takes schneller zu finden. Stewart, der den Film auf einem Windows-basierten System geschnitten hatte, nahm einfach die FireWire-Platte mit den Mediendaten für den Film und schloss sie an sein MacBook Pro an, das ebenfalls mit der Media Composer-Software ausgestattet ist.

 
 ScriptSync ist eins der Features, die Avid-Systeme von allen anderen abheben. Es gibt einfach nichts Vergleichbares.
Jason Stewart, Editor, World's Greatest Dad

Während der Synchronarbeiten nutzte Stewart ScriptSync, um verschiedene Takes in Echtzeit auf seinem Laptop zu lokalisieren. Ich ließ ScriptSync alles nach Stichwörtern und Phrasen durchsuchen und gab Bob anschließend den Kopfhörer, damit er den jeweils besten Take auswählen konnte. Ich exportierte das Audiomaterial und übertrug es auf den Server [des Tonstudios Wow and Flutter], so dass sie es direkt in den Mix übernehmen konnten [der auf einem Digidesign Pro Tools|HD-System durchgeführt wurde]. Das funktionierte ohne Umwege und sparte uns beim Mischen eine Menge Zeit. Hätte der Mixer die Audiodateien erst einzeln durchhören müssen, um geeignete Alternativ-Takes zu finden, hätte das sehr viel länger gedauert. Nachdem sie sahen, was ich mit ScriptSync machte, fragte der Sound Supervisor: 'Was ist das denn hier?' Kann ich das auch haben?

Nach wie vor arbeitet Stewart sowohl an Reality-Shows als auch an Spielfilmen, denn er ist davon überzeugt, dass diese Vielfalt seine Kreativität und seine erzählerischen Fähigkeiten fördert. Und er freut sich schon sehr darauf, ScriptSync bei einer seiner Reality-Shows einzusetzen, um die Interview-Transkripte zu verwalten. Das könnte uns bei den Unmengen von Interviews helfen, in dem Rohmaterial schnell das zu finden, was wir suchen.

Jetzt, da er die Vorteile von ScriptSync kennt, ist es unwahrscheinlich, dass er jemals wieder ein Projekt ohne bearbeiten wird. Ich würde dieses Produkt 'Media Composer mit ScriptSync' nennen, bringt es Stewart auf den Punkt. ScriptSync ist eins der Features, die Avid-Systeme von allen anderen abheben. Es gibt einfach nichts Vergleichbares.

 

Erfahren Sie mehr über Jason Stewart und seine Editing-Technik für den Indie-Film.

 

Picture credits

  1. Alexie Gilmore, Robin Williams und Zach Sanchez in World’s Greatest Dad (Magnolia Pictures); Foto: Magnolia Pictures
  2. Lorraine Nicholson in World’s Greatest Dad (Magnolia Pictures); Foto: Magnolia Pictures
  3. Daryl Sabara in World’s Greatest Dad (Magnolia Pictures); Foto: Magnolia Pictures
  4. Jason Stewart und Regisseur Bobcat Goldthwait beim Editing von World’s Greatest Dad