YLE wechselt dank Interplay Production und MAM zum dateibasierten Workflow

YLE, die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt von Finnland, betreibt vier nationale Fernsehprogramme sowie sechs Radioprogramme und -dienste. Zusätzlich zu 25 regionalen Radiokanälen strahlt YLE jährlich ein Fernsehprogramm im Umfang von etwa 20.000 Stunden aus, wovon ungefähr 10.000 Stunden Eigenproduktionen sind.

Zur Verwaltung dieser unglaublichen Menge an Mediendaten hat das Unternehmen auf bandlose Arbeitsabläufe umgestellt und seine unüberschaubaren Editing-Systeme der verschiedenen Produktionsstätten durch ein Netzwerk auf Basis des Interplay Production Asset Management-Systems (PAM) und der ISIS-Zentralspeichersysteme von Avid ersetzt.

Lösungen aus einer Hand

YLE bietet eine breite Palette an Sendungen, einschließlich Drama, Dokumentationen, Zeitgeschehen, Kinder- und Bildungsmaterial sowie mehr als 2.000 Stunden Fernsehnachrichten jährlich. Die Verantwortung dafür verteilt sich auf eine Reihe unterschiedlicher Produktionsstätten. Jede dieser Produktionsstätten hat bisher mit unterschiedlicher Editing-Ausrüstung und zahlreichen linearen, bandbasierten Workflows gearbeitet. Darum wurde bei YLE die Entscheidung getroffen, die gesamte unternehmensweite Medienproduktion in eine besser überschaubare Umgebung zu verwandeln.

"Bandbasiertes Arbeiten gehört ja mittlerweile endgültig der Vergangenheit an. Und wir wollten auch endlich in das digitale Zeitalter aufbrechen", erklärt Timo Salonen, Head of Technology TV bei YLE. "Unsere Produktionen sind zahlreich und viele folgen einem knappen, wöchentlichen Zeitplan. Aus diesem Grund haben wir uns das Ziel gesetzt, unsere Prozesse effizienter und produktiver zu gestalten sowie gleichzeitig die Qualität unserer Ergebnisse zu steigern."

YLE hat in all seinen Produktionsstätten gemeinsame Speichersysteme und Editing-Ausrüstung installiert und konnte auf diese Weise seine zahlreichen Arbeitsabläufe vereinheitlichen, von bandbasierter auf dateibasierte Produktion umsteigen und letztendlich den Weg für den nächsten Wechsel – von SD auf HD – bereiten.

Nun kann YLE die Früchte der reibungslosen Integration und ergiebigen Funktionalität einer Einzelanbieter-Lösung ernten, die mit Technologien von Avid ausgestattet ist und von Tieto Corporation, einem führenden finnischen IT-Dienstleister für die Broadcast-Branche, implementiert wurde. Avid hat die volle Verantwortung für das Projekt übernommen – für Design, Installation, Workflow-Beratung, Training und fortlaufenden professionellen Support sowohl für YLE als auch für Tieto.

Aufbau einer erfolgreichen Kooperation

"Diese Zusammenarbeit hat sich ausgezahlt", sagt Harri Maho, Head of Operational Services bei Tieto. "Avid war und ist ein zuverlässiger Anbieter und Projektpartner – von der Installation bis zur Instandhaltung."

YLE ist bei diesem Projekt phasenweise vorgegangen – beginnend mit der TV-Nachrichten-Produktionsstätte im Jahr 2007 und der Fertigstellung in zwei weiteren Phasen zwischen 2009 und 2010. Auf diese Weise konnten die Produktionsstätten durch die Abschaffung von Bändern die Anzahl der Arbeitsabläufe auf eine Handvoll reduzieren und somit ein vernetztes Interplay-System ermöglichen.

Durch das zentrale Speichern der Ressourcen im Avid-System wird der gesamte Produktionsprozess – von der Einspielung über die Ausstrahlung bis zur Archivierung – schneller und effizienter. Darüber hinaus haben die Beteiligten im Editing-Prozess schnellen und gleichzeitigen Zugriff auf alle Elemente einer Sendung. Es können sogar mehrere Benutzer zugleich editieren, wodurch Journalisten mehr Verantwortung für die Produktion ihrer eigenen Nachrichtenbeiträge übernehmen.

"YLE muss nun nicht mehr so viele Editing-Spezialisten einsetzen", bemerkt Salonen. "Unsere Journalisten können ihr eigenes Material einspielen, anzeigen sowie vorbearbeiten und erhalten auf diese Weise mehr Kontrolle darüber."

Effektivere Medienbearbeitung hat außerdem eine wesentliche Auswirkung auf die Kosten. Wöchentliche Sendungen zum Zeitgeschehen, für die bisher sechs Stunden Studiozeit pro Woche benötigt wurden, sind nun dank bandlosem Avid Interplay-Workflow in nur zwei Stunden abgeschlossen.

Zusätzlich macht es die Implementierung dateibasierter Arbeitsabläufe YLE möglich, den Wechsel von SD auf HD rasch durchzuführen. 

"Das Avid Interplay-System ist HD-fähig, also werden wir genauso weiterarbeiten können, was einen reibungslosen Umstieg ermöglicht", sagt Salonen.

Implementierung von MAM für das gesamte Unternehmen

Parallel zur Produktionsverwaltung mit Avid Interplay hat YLE ein unternehmensweites Media Asset Management-System (MAM) implementiert, das sich über Fernseh-, Radio- und New Media-Produktionen erstreckt. Diese Lösung basiert auf dem Avid Interplay Media Asset Manager und bietet YLE ein einheitliches, unternehmensweites System zum Speichern, Durchsuchen und Wiederverwenden von archivierten audiovisuellen Inhalten.

Mit Avid Interplay MAM wird sämtliches digitales Sendematerial gespeichert, das YLE von anderen Sendeanstalten wie der BBC und HBO erwirbt. Außerdem beinhaltet es die finnischen Untertitel für alle nicht finnischen Sendungen sowie die Untertitel für gehörlose Zuschauer (die in Finnland in naher Zukunft obligatorisch sein werden).

Derzeit ist YLE dabei, Medienmaterial zu digitalisieren, das bis in die 1960er Jahre zurückreicht. Salonen erklärt: "Es ist viel einfacher, Sendungen zu historischen Themen zu produzieren. Die stehen im Moment hoch im Trend, da die Menschen nostalgisch in die Vergangenheit blicken. Wenn wir Hintergrundbilder oder alte Videoclips in neue Sendungen einfügen möchten, können wir sie viel einfacher wiederfinden, als es uns in den Band- oder Disk-basierten Zeiten möglich war. Außerdem können wir im Internet ein digitales Archiv veröffentlichen, das man sich jederzeit ansehen oder anhören kann."

Salonen freut sich bereits auf eine noch engere, noch leistungsfähigere Implementierung von Interplay MAM. Dadurch werden für YLE sowohl aktuelle als auch vergangene Inhalte gleichzeitig durchsuchbar sein. "Unser lokales Avid-Team ist sehr proaktiv", schwärmt er, "wir bekommen laufend neue Ideen und technologische Fortschritte präsentiert, mit denen wir unsere Sendungen optimieren können."