The Artist und Media Composer lassen den Traum einer Cutterin wahr werden

Anne-Sophie Bion hatte einen Traum: Eines Tages würde sie eine erfolgreiche Film-Cutterin werden. Dieses Jahr wurde ihr Ehrgeiz belohnt, als sie eine Nominierung für den Academy Award für "Bester Schnitt" erhielt und den ACE Eddie Award für "Bester Schnitt in einem Spielfilm (Komödie oder Musical)" für ihre Arbeit an The Artist gewann. Ein großer Traum hatte sich erfüllt – und sie dankt nicht nur ihren Mentoren, sondern auch Media Composer, dass sie ihr dabei geholfen haben.

Aber ihre Karriere als Cutterin begann nicht beim Film, sondern auf dem kleinen Bildschirm. Nach ihrem Studium der Videobearbeitung fand Bion ihren ersten Job 2004 bei Eurosport, einem internationalen Sportfernseh-Netzwerk, das seinen Hauptsitz in Frankreich hat. Ihr Traum, im Filmgeschäft zu arbeiten, brachte sie jedoch dazu, ein BA-Studium der Filmwissenschaft zu absolvieren, wo sie sich mit der Theorie der Filmproduktion beschäftigte und gleichzeitig Praxiserfahrungen in einem fotochemischen Labor sammelte.

 

Die Suche nach dem richtigen Weg und den besten Lehrern

Nach zahllosen Stunden, die Bion mit Studieren und praktischer Arbeit verbracht hatte, erhielt sie schließlich eine Stelle als technische Assistentin in einem Postproduktionsstudio namens Artistic Images. Ihre Arbeit dort half ihr nicht nur, in der Branche bekannt zu werden, sie machte sich dabei auch intensiv mit dem Media Composer vertraut – von der Einspielung bis zur Anpassung –, was sie ihrem technischen Leiter und Mentor Marc Boucrot (Cutter/Colorist von Spieglein Spieglein, Enter the Void, 8) verdankte.

"[Die Arbeit bei Artistic Images] ermöglichte es mir, viele Cutter, Regisseure und Cutter-Assistenten kennenzulernen", erinnert sich Bion, "und ich hatte das Glück, [den Cutter] Hervé Schneid zu treffen, der einen Assistenten für den Zweiteiler Public Enemy No. 1 suchte, bei denen Jean-François Richet Regie führte." Bei der Zusammenarbeit mit Schneid, zu dessen Projekten Alien – Die Wiedergeburt und Die fabelhafte Welt der Amélie gehören, erhielt Bion das praktische Training, das sie für die gemeinsame Arbeit an Micmacs benötigte, einer Komödie von 2009 unter der Regie von Jean-Pierre Jeunet.

"Er [Hervé Schneid] wurde mein künstlerischer Mentor", sagt sie und denkt an die Zeit ihrer Zusammenarbeit zurück. "Er hat mir sehr viel beigebracht. Jeden Morgen saß ich neben ihm und sah ihm bei der Ansicht der Dailys zu... Auf diese Weise lernte ich das richtige Schneiden."

 

Der Erfolg kam mit The Artist und Avid

2010 plante der Autor und Regisseur Michel Hazanavicius einen ambitionierten, modernen Stummfilm und begann mit der Suche nach dem richtigen Cutter für sein Projekt. Er wollte jemanden mit einem ganz neuen Blickwinkel – jemand, der mit der technischen Seite der Dinge absolut vertraut war. Bions guter Ruf überzeugte ihn und sie begann im Herbst 2010, an seiner Seiter als mitwirkender Filmeditor an The Artist zu arbeiten.

"Michel drehte in Los Angeles und ich war in Paris mit meiner Assistentin Camille", beschreibt Bion den Anfang des Projekts. "Sobald er zurückkam, schauten wir uns meinen Rohschnitt an und editierten den Film gemeinsam. Allein die Arbeit mit Michel war schon ein magisches Erlebnis." 

Genauso lobend äußert sie sich über das Tool, mit der sie die bezaubernde Geschichte eines Stummfilmstars erzählt, ganz ohne die Hilfe von Ton. "Media Composer ist mein einziges Tool, ich verwende es somit die ganze Zeit – vom ersten bis zum letzten Tag des Schneidens", schwärmt Bion. "Ich habe eine Mojo DX-Box für die Einspielung und meine Assistenten verwenden zwei Nitris-DX-Geräte für einfache Ein- und Ausgabe."

Auf die Frage, warum sie sich für Media Composer entschieden hat, antwortet die Cutterin: "Weil er so einfach ist... Ich kann ihn ganz leicht bedienen und alles ist übersichtlich." Ihr gefallen auch seine Medien- und Formatverwaltungsfunktionen. Da die Software sie nicht bei der kreativen Arbeit störte, konnte Bion sich intensiver auf das Tempo der Story konzentrieren und dabei von den erweiterten Funktionen und Tools in Media Composer profitieren, besonders um damit visuelle Effekte zu kreieren.

"Für The Artist mussten wir viel mit "Crowd Multiplication" arbeiten", erklärt sie den Vorgang, wenn Gruppen von dutzenden Statisten verdoppelt werden, um eine Szenen mit Hunderten von Menschen zu füllen. "Ich benötigte bis zu 20 Spuren und schaffte es, die Aufnahmen zu editieren oder zumindest Simulationen darin [in Media Composer] zu erstellen."

 

Der Beweis, dass Träume wahr werden können

The Artist hatte seine Premiere bei den Filmfestspielen von Cannes im Mai 2011, wo er begeisterte Kritiken erhielt. Die Gunst der Stunde wurde genutzt und der Film auf Festivals weltweit vorgeführt, bevor er in die Kinos kam. Der Film wurde mit über einhundert Preisen ausgezeichnet, darunter sechs Césars, sieben BAFTAs, ein Goya, drei Golden Globes und fünf Academy Awards.

Für ihr Editing erhielten Bion und Hazanavicius gemeinsam fünf Nominierungen (Academy Award, BAFTA Film Award, César, Critics Choice Award und den San Diego Film Critics Society Award) und gewannen den Eddie. "Der Februar [2012] war besonders heftig", erinnert sie sich. "Aber vor allem das Gewinnen des ACE Award – die Auszeichnung für den besten Schnitt von der amerikanischen Gilde der Cutter – war unbeschreiblich [und] wirklich einzigartig. Mein Dank gilt Michel!"

Bion ist sich zwar bewusst, dass der Weg in der Film- und Fernsehbranche oft nicht so schnell zum Erfolg führt wie in ihrem Fall, doch weist sie darauf hin, dass Kenntnisse über den Media Composer einen großen Einfluss auf den Verlauf der Karriere haben können. "Sehr viele Cutter verwenden für Spielfilme Media Composer, und das gleiche gilt für die meisten Postproduktionsstudios in Paris. Es ist also schlichtweg DAS Editing-Tool für Filme!"