Spitzencrew erweckt Big Stars einflussreiches Album Third/Sister Lovers zum Leben

Die Bühne des historischen Paramount Theatre in Austin, Texas hat schon Generationen legendärer Performances gesehen. Jetzt kann diese lange Liste um eine weitere bedeutungsvolle Show erweitert werden: die Nachstellung des Album-Release Third/Sister Lovers der 70er-Jahre-Band Big Star. Und um dem Sound und der Seele der Originalaufnahmen gerecht zu werden, entschied sich das Team, VENUE SC48-Systeme für die Show einzusetzen.

Ein Aufgebot an Spitzenmusikern, allen voran der Schlagzeuger von Big Star, Jody Stephens, erscheint in dieser Show, um den musikalischen Einfluss der Band zu ehren: Mike Mills (R.E.M.), Peter Buck (R.E.M.), Mitch Easter (Let's Active), Tommy Stinson (The Replacements), M. Ward (She & Him), Chris Stamey (The dB's), Ken Stringfellow (The Posies), Jon Auer (The Posies) sowie Pat Sansone (Wilco). Ein 14-köpfiges Orchester, darunter das Tosca String Quartet, unterstützt das Spektakel.

So viele Musiker waren, unterstützt von fortschrittlichen Avid-Innovationen, daran beteiligt, die Songs des Albums Third/Sister Lovers – eines der einflussreichsten Alben der Pop-Branche – nachzuspielen. Die 19 Songs des Albums enthalten eine Vielzahl von Studiotricks, einschließlich Slapback-Delay auf Klavier, Bus-Kompression auf Schlagzeugspuren und geschickte Verwendung des für die Ardent Studios in Memphis (Tennessee) – wo das Album 1974 aufgenommen wurde – typischen Plattenhall.

FOH-Techniker Nick Pellicciotto (Lucinda Williams, Fugazi, Modest Mouse) wurde mit der Aufgabe betraut, die Performance möglichst so authentisch wie das Original klingen zu lassen und die Show zur späteren Veröffentlichung aufzunehmen. Um diesen beiden Anforderungen gerecht zu werden, setzte er zwei Avid VENUE-Systeme ein – VENUE SC48 Remote für den FOH- und VENUE SC48 für den Monitoring-Mix.

Den Studiotricks, die auf dem Album zu finden sind, in einem Live-Setting gerecht zu werden, wurde durch den Einsatz von VENUE immens erleichtert. Insbesondere, da Pellicciotto bereits mit dem Programmieren der Show beginnen konnte, ohne einen Fuß in das Theater gesetzt zu haben. Schon allein dadurch konnte er stundenlange Vorbereitungszeit am Tag der Show sparen.

"Ich hatte die Input-Liste schon Tage vor der Show", erklärt Pellicciotto. "Aus diesem Grund konnte ich mit der VENUE-Standalone-Software bereits einen Show-File mit den Namen sämtlicher Kanäle für die Pro Tools-Session und für die FOH-Konsole erstellen. Die Techniker vom Paramount haben mir eine E-Mail geschrieben, in der sie genau erklärt haben, wie die PA konfiguriert ist. Dann konnte ich alles schon einrichten konnte und ich habe sogar einige meiner Effekte vorprogrammiert, da ich die nötigen Plug-Ins alle auf meinem Pro Tools-System zu Hause habe. Ich habe mir das Originalalbum angehört, um die verschiedenen Effekte und besonders die Reverb-Zeiten zu hören und habe sie so genau wie möglich imitiert."

Pellicciotto sagt, dass die Vorbereitungszeit und die Plug-Ins genau genommen zu einem besseren Live-Mix beigetragen haben. "Mit den ganzen Plug-Ins, die ich zur Verfügung habe, war es viel einfacher die Vintage-Effekte hinzukriegen, als mit einem externen Prozessor", gesteht er. "Beispielsweise haben wir sehr viel Bus-Kompression auf den Drums bei diesem Album. Um das nachzubilden, habe ich die Schlagzeugspuren einer Untergruppe zugewiesen und dann Smack! [ein Avid-Kompressor-Plug-In] auf den Submix-Kanal eingeschliffen. Ich habe außerdem die einzelnen Schlagzeugkanäle nach links und rechts gelegt und dann die Drums-Untergruppe mit ihrer kraftvollen Kompression langsam hochgezogen – damit habe ich den coolen, lebendigen, komprimierten Drum-Sound erreicht, der sich durch das gesamte Album zieht."

"Außerdem konnte ich viele verschiedenen Effekt-Sends einrichten, die mir fünf verschiedene Reverbs und Delays ermöglichen und die ich als Presets festlegen und als Snapshots wieder abrufen kann. Auf diese Weise war es mir möglich, den Sound für jeden einzelnen Song genau so einzustellen, dass er möglichst nahe an den Original-Sound herankommt."

Pellicciotto hat den Abend für eine mögliche Live-CD mit Pro Tools 10 auf zwei Apple MacBook Pros über eine FireWire-Verbindung im SC48 aufgenommen. Dabei erfasste er 32 Kanäle der Band einschließlich Sänger aus dem FOH-Mix. Weitere 18 Kanäle – Orchester- und einige Publikumsmikrofone – wurden über das Monitoring-Equipment aufgenommen. Diese Kanäle wurden direkt aus den Mikrofonen, also ohne die Effekte der Live-Show, aufgenommen. Pellicciotto hat jedoch auch eine Stereospur aus dem FOH-Mix zur Referenz aufgenommen.

Die beiden SC48-Mischpulte wurden über Wordclock synchronisiert. "Die Idee war, dass derjenige, der [die Live-Aufnahme] mischt, die Orchesterspuren und die Spuren der Hauptband manuell miteinander synchronisieren wird", sagt Pellicciotto. "Das ist nicht schwer, da beide Pro Tools-Sessions das selbe Wordclock-Signal verwendet haben."

Während Pellicciotto die Tracks für den Live-Album-Tontechniker zusammenstellt und sich die Songs noch einmal anhört, denkt er an den Abend zurück und zeigt sich beeindruckt: "Es ist schon cool, dass man 32 Spuren über ein einziges FireWire-Kabel in ein normales MacBook Pro aufnehmen kann – und dass es zweieinhalb Stunden durchgehend ohne Fehler oder Verzögerungen läuft. Die Aufnahme klingt großartig. Und wir konnten das System mit einer Kombination lokaler und Fernanschlüsse konfigurieren und Ethernet-Snakes [via Ethernet-AVB] anstatt Multicore-Kabeln benutzen – das hat die ganze Nacht einfacher gemacht. Zudem hat das Ganze dank der Klangtreue und Flexibilität von VENUE besser geklungen, als wir es uns je erhofft hätten."