Technologie und Kreativität für The Amazing Spider-Man

Spider-Man ist eine der größten Kult-Comicfiguren aller Zeiten mit einer riesigen Fangemeinde, die fast alles begeistert aufnimmt, was Spidey liefert. Trotzdem waren viele überrascht, als nur fünf Jahre nach dem letzten Auftritt von Tobey McGuire in Spider-Man 3 die Fortsetzung mit neuer Besetzung und neuem Regisseur angekündigt wurde.

Nun lag es an Regisseur Marc Webb und einem völlig neu zusammengestellten Produktionsteam, dem Hauptdarsteller und seinen treuen Fans mit The Amazing Spider-Man  einen gelungenen Neustart zu ermöglichen.

Für Cutter Alan Edward Bell, A.C.E., und Cutter-Assistentin Jennifer Vecchiarello war dieses Projekt eine völlig neue Erfahrung im Vergleich zu ihrer Kollaboration bei Wasser für die Elefanten von 2011.Schwindelerregende Special Effects, schnelles und effektvolles Editing sowie das 3D-Format des Films stellten das Team vor völlig neue Herausforderungen. Bell war sofort klar, dass für das Gelingen dieses Abenteuers eine gute Zusammenarbeit entscheidend sein würde.

Um diese Herausforderung zu meistern, zählte das Team, dem auch Michael McCusker und Pietro Scalia angehörten, auf eine Reihe von Avid-Produktionstools, unter anderem Media Composer und Pro Tools für den Schnitt von Bild und Audio sowie Avid Unity MediaNetwork-Zentralspeichersysteme für eine mühelose Zusammenarbeit.

"Wir haben acht Media Composer-Stations mit dem Unity-System verbunden", erklärt Vecchiarello. "Jede Station beinhaltete eine Avid Nitris DX-I/O-Box und entweder einen Marshall 3D-Monitor oder 2D-Monitore mit Konverter-Boxen. Alan hat zwei 27-Zoll-Apple-Monitore und eine Doremi-Box mit einem Optoma HD-Projektor verbunden."

"Mit Avid ist es so einfach, mehrere Editing-Systeme miteinander zu verbinden und Projekte mit dem ganzen Team zu teilen", fügt Bell hinzu. "Media Composer und Unity sind in dieser Hinsicht unschlagbar. Das Editing erledigt sich dadurch fast von selbst, und wir haben wesentlich mehr kreative Freiheit.

 

Schnell das gesuchte Material finden – mit ScriptSync

Bei Produktionen in der Größenordnung von The Amazing Spider-Man fallen riesige Mengen von Material an. Um eine perfekt geschnittene Produktion innerhalb der Deadline und des Budgets zu liefern, ist es wichtig, unterschiedliche Szenen oder verschiedene Takes derselben Szene schnell finden und abspielen zu können.

Für Bell und Vecchiarello war ScriptSync in dieser Hinsicht Gold wert und stand im Mittelpunkt ihres Workflows. 

"Ich bin völlig begeistert von ScriptSync", so Bell, "aber ich nutze es ein wenig anders als die meisten Leute. Ich verwende eine ScriptSync-Bin für jede Filmszene, anstatt einer für das ganze Drehbuch. Ich lasse meine Assistentin jede einzelne Szene in einen eigenen Ordner importieren. So können Szenen viel einfacher sortiert und abgerufen werden und der Regisseur kann sich problemlos verschiedene Versionen des Drehbuchs ansehen. Ich öffne einfach das Drehbuch und habe jede Zeile direkt vor mir. Durch Klicken kann ich die verschiedenen Takes sofort abspielen. Ich verliere keine Zeit dabei, eine bestimmte Stelle in einem Clip zu suchen, weil ich ihn direkt über die Bin öffne.

Außerdem macht es meiner Assistentin das Leben leichter, weil sie bei Skriptänderungen schnell die entsprechende Datei finden und aktualisieren kann, ohne das gesamte Drehbuch durchsuchen zu müssen. Sie kann sich sogar die Kommentare des Regisseurs ansehen. Der ganze Workflow wird vereinfacht."

 

Spidey in 3D

The Amazing Spider-Man nimmt Fans auf eine atemberaubende Reise über die Dächer New Yorks mit, auf der Spidey scheinbar unüberwindbare Hindernisse mühelos hinter sich lässt und gegen skrupellose Gegner kämpft. Und dank 3D bietet dieses Sequel eine Extraportion Nervenkitzel.

"3D-Filme stellen den Cutter vor ganz besondere Herausforderungen", sagt Bell. "Es ist viel schwieriger, die Abfolge der Szenen zu überblicken und einen Eindruck davon zu bekommen, wie die einzelnen Szenen aussehen werden. Wegen des unfertigen Eindrucks des Paradigmas gibt es eine Tendenz zu längeren Cuts. Deswegen habe ich schon sehr früh im Produktionsprozess beschlossen, mir die Dailys in 3D anzusehen, um eine Vorstellung von Marks Vision zu bekommen. Dann habe ich die Szene in 2D geschnitten. Ich habe sogar den Großteil des Films in 2D geschnitten. Wir haben mit Media Composer 5 gearbeitet, konnten also nicht die vertikale Ausrichtung und die interokulare Konvertierung nutzen, die Media Composer 6 bietet. Ich hoffe, diese Funktionen beim nächsten Projekt nutzen zu können."

 

 
 Diese Tools sind so effizient, dass ich mir um den Arbeitsprozess keine Gedanken mehr machen muss, sondern einfach kreativ sein kann.“
– Alan Bell, Cutter

Zurück in die Zukunft (des Editings)

Bell gehört zu den am meisten beschäftigten Cuttern in Hollywood und hat mit zahlreichen Editing-Plattformen und vielen der fortschrittlichsten Branchen-Tools gearbeitet. Nach einer mehrjährigen Pause arbeitet er wieder mit Media Composer, weil ihn die neuen Features wie ScriptSync und das Smart Tool sowie Avids erneuertes Bekenntnis zu offenen Standars überzeugten.

"Ich bin von Final Cut Pro konvertiert", erklärt er. "Am Anfang meiner Karriere habe ich ausschließlich mit Avid-Tools gearbeitet, habe dann aber zu Final Cut gewechselt. Ich habe mir FCP 7 bis ins kleinste Detail angeeignet. Als dann aber Avid die Smart Tools einführte, genau zu dem Zeitpunkt, als Apple mit Final Cut in eine andere Richtung ging, habe ich mich entschieden, zu Media Composer zurückzukehren. Die Smart Tools sind unglaublich leistungsstark, und ich liebe die Möglichkeit, Szenen einfach hin- und herschieben zu können. Der Wechsel zurück zu Media Composer ist mir sehr leicht gefallen."

"Vom Standpunkt des Assistenten aus macht es Media Composer einem unglaublich einfach, zwischen verschiedenen Computern zu wechseln. Für jeden Benutzer können die passenden Einstellungen vorgenommen werden. Und wenn Dateien verschoben und im Team geteilt werden, kann ich diese Einstellungen problemlos auf andere Computer übertragen. Ich kann gar nicht sagen, wie viel Zeit und Frust mir das erspart hat."

Bell nennt auch die Möglichkeit, mit Drittanbieter-Anwendungen zu arbeiten, und Avids dauerhafte Bemühungen für mehr Offenheit als Gründe seiner Entscheidung für Media Composer. 

"Ich bin wirklich begeistert davon, dass Avid so viel Wert auf Offenheit legt", erklärt er. "Ich arbeite mit zahlreichen Effekten, ganz besonders bei einem Projekt dieser Art. In Media Composer sind zwar einige wirklich gute Effekt-Tools integriert, aber ich schätze die Möglichkeit der Integration von Drittanbieter-Software. Eines meiner Lieblings-Tools ist Fusion von einer Firma namens eyeon Software. Ich habe es bei Spider-Man sehr häufig eingesetzt und konnte es problemlos in meinen Workflow integrieren. eyeon funktioniert jetzt über ein Media Composer-Plug-In, was meine Arbeitsprozesse wirklich optimiert. Das ist für mich ein entscheidendes Argument für Media Composer, und ich bin gespannt auf die neuen Tools, die in der nächsten Zeit auf den Markt kommen. Das ist alles sehr aufregend."

Technologie stellt zwar die Tools zur Verfügung, aber das Endergebnis wird letztlich vom Talent, der Vision und der harten Arbeit der Produktionsteams bestimmt. Und der Erfolg des Films zeigt, dass Bell, Vecchiarello und der Rest des Teams hinter The Amazing Spider-Man den Fans wirklich etwas völlig Neues und Aufregendes geboten haben.

"Ich bin total begeistert von diesem Film und sehr zufrieden damit, wie die Story und die Charaktere rüberkommen", bemerkt Bell abschließend. "Diese Tools sind so effizient und benutzerfreundlich, dass ich mir um den Arbeitsprozess keine Gedanken mehr machen muss, sondern einfach kreativ sein kann."


* Die Fotos von Alan wurden von Matt Dames aufgenommen; Filmfotos von Jaimie Trueblood bzw. mit freundlicher Genehmigung von Columbia Pictures.