Der magische Media Composer erweckt die Hobbit-Trilogie zum Leben

Mit dem Media Composer eröffnen sich bahnbrechende Technik-Möglichkeiten

Kaum eine andere Filmtrilogie wurde in letzter Zeit mit so viel Spannung erwartet wie Peter Jacksons Mehrteiler Der Hobbit. Um die beliebte Geschichte zum Leben zu erwecken, nutzte Jackson bahnbrechende Technologien und die gemeinsamen Anstrengungen einer erfahrenen, professionellen Gruppe. Sein langjähriger Mitarbeiter Jabez Olssen half ihm, seine mutige Vision zu verwirklichen. Er arbeitete zum ersten Mal im Jahr 2000 als Cutterassistent und Kameramann bei "Der Herr der Ringe" mit Jackson zusammen. Olssen wurde nun als alleiniger Cutter für alle drei Hobbit-Filme engagiert – und für ihn ist Media Composer der Schlüssel zum Erfolg.

In fünf Monaten zum fertigen Schnitt

Wie bei den "Herr der Ringe"-Filmen liefen auch die Dreharbeiten für die drei "Hobbit"-Filme parallel während einer Dauer von 18 Monaten ab. Für das riesige technische Unterfangen wurden bis zu 60 EPIC-Kameras von RED Digital Cinema benötigt, die für stereoskopische Aufnahmen (3D) umgebaut werden mussten. Der Terminplan ließ Olssen am Ende nur fünf Monate Zeit, um nach den Dreharbeiten den Schnitt anzufertigen und die Endfassung von Der Hobbit – Eine unerwartete Reise für die Kinos zu produzieren.

Für die rechtzeitige Fertigstellung verließ sich Olssen auf eine Postproduktions-Infrastruktur, die hauptsächlich aus Avid-Geräten bestand. Dreizehn Media Composer-Stations, darunter zehn mit Nitris DX-Hardware, dienten als Workflow für das Editing. Alle Produktionseinrichtungen waren über Glasfaser vernetzt und mit einer Avid ISIS 7000 verbunden, die 128 TB Zentralspeicherkapazität hatte. Und Speicherplatz war von entscheidender Bedeutung: Alle drei Filme ergaben 2200 Stunden Video-Rohmaterial, was über 7 Millionen Metern Film entspricht.

Das Team bestand aus acht Cutterassistenten, darunter drei, die für die visuellen Effekte zuständig waren. Ihre Planung ähnelte einem Filmprojekt. "Wir behandeln die mit der RED-Kamera aufgenommenen Mediendateien als digitales Negativ", erklärt Olssen. "Peters Studio, Park Road Post Production, fungierte als digitales Labor. Von den RED-Medien vom Set wurden die Tagesaufnahmen für die Cutterassistenten produziert. Diese Clips wurden dann synchronisiert, Subclips daraus erstellt und in die Avid-Projekte sortiert. Da wir alle den ISIS-Zentralspeicher nutzten, hatte ich gleich nach Fertigstellung Zugang zu den Bins und dem Rohmaterial, sogar wenn ich am Set war. Dank des Avid-Workflows unterschied sich das Arbeiten mit den RED-Dateien nicht von einer normalen Filmproduktion."

Komfortables Schneiden

 
 Dank des Avid-Workflows unterschied sich das Arbeiten mit den RED-Dateien nicht von einer normalen Filmproduktion.
Jabez Olssen,
Cutter der Trilogie Der Hobbit

Während der Produktion von der Trilogie Der Hobbit konnte Olssen die Flexibilität genießen, die das Avid-System bietet. "Mit der Glasfaserverbindung zu ISIS können wir über viel größere Entfernung hinweg arbeiten", erzählt er. "Dies ermöglichte es mir, am Set mit einem mobilen Media Composer-System zu arbeiten."

Die neueste Technologie bot auch viele Annehmlichkeiten. "Wir hatten einen Wohnwagen, der als gemütlicher, mobiler Schneideraum eingerichtet war", berichtet Olssen weiter. "Wir nannten ihn den EMC, Editorial Mobile Command (Mobiles Schnittkommando). Damit konnten wir während der Drehpausen rasch Edits anzeigen."

Der Hauptschneideraum verfügte über ein komplettes Media Composer-System mit Nitris-DX-Hardware, die mit einem 103-Zoll-Plasmabildschirm für Jackson verbunden war. Der ursprüngliche Plan war, in 2D zu schneiden und dann regelmäßig Szenen zu konsolidieren, um eine Stereo-Version für die Vorführung in Avid anzupassen. Stattdessen fanden sie eine andere Vorgehensweise. "Peter fand es angenehm, den Film in 2D zu schneiden", erklärt Olssen. "Das war auch deshalb wichtig, weil mehr Kinos die 2D-Version des Films zeigten. Alle paar Wochen erstellte Park Road Post Production jedoch eine 48 fps-Stereofassung, sodass wir den Schnitt anzeigen lassen konnten. Obwohl man die Cuts nach einer Filmvorführung in 3D oft anpassen muss, brauchten wir weit weniger Änderungen vorzunehmen als erwartet. Es war hilfreich, dass wir einen Cut, der direkt von Media Composer kam, auf einem 103-Zoll-Bildschirm beurteilen konnten, statt nur auf einem kleinen TV-Monitor."

In den Tiefen des Media Composer

In Der Hobbit – Eine unerwartete Reise spielen mehrere computeranimierte Charaktere mit, u. a. Gollum (dargestellt von Andy Serkis) und Azog (dargestellt von Manu Bennett). Die Charaktere wurden mithilfe von Performance Capture-Technologie erzeugt, bei der die Schauspieler gefilmt und anschließend per CGI die Modelle animiert werden. Das Editing der Szenen mit Gollum und Azog war eine aufwändige Arbeit für Olssen, aber Media Composer zeigte sich der Aufgabe gewachsen.

"Es war einfach, die Gollum-Szenen zu visualisieren, weil Andy Serkis im jeweiligen Live-Filmmaterial aufgenommen wurde", so Olssen. "Andere Charaktere wie Azog dagegen wurden separat auf einer Performance Capture-Bühne gefilmt, weswegen wir verschiedenes Material zu einer einzigen Aufnahme zusammenfügen mussten. Wir haben sowohl vertikal als auch horizontal in der Timeline geschnitten. Am Anfang bestanden viele Szenen aus Live-Material und Platzhalter-Animationen, darum habe ich Bild-im-Bild-Effekte als Overlay-Elemente verwendet, um das Timing festzulegen. Natürlich hatte ich viele zeitweilige Greenscreen-Composites", so Olssen weiter. "Die Zwerge sind normalgroße Schauspieler, darum mussten wir sie in vielen Szenen verkleinern und ihre Position in der Aufnahme ändern."

Es bleibt noch viel zu tun

 
 Dank der Stabilität und Zuverlässigkeit von Media Composer stellen wir anspruchsvolle Filme wie "Der Hobbit" trotz engem Zeitplan rechtzeitig fertig und können sicher sein, dass uns das System nicht im Stich lässt.
Jabez Olssen,
Cutter der Trilogie Der Hobbit

Hobbit-Fans warten schon gespannt auf die nächsten zwei Filme des Mehrteilers. Somit geht das Abenteuer für Jabez Olssen weiter. Viele Cutter würden ihre Software bei einem solchen Langzeitprojekt nur ungern aktualisieren – nicht so Olssen. "Ich mag Upgrades sehr gern, weil ich mich auf die neuen Features freue", erzählt er. "Andere Softwarepakete für nonlineares Editing sind gut für Projekte, an denen nur einer arbeitet, aber Media Composer ist die einzige Software, die sich für einen Film mit großen visuellen Effekten eignet. Es ist sehr sinnvoll, dass alle Cutterassistenten die Möglichkeit haben, die gleichen Projekte und Bins zu öffnen. Dank der Stabilität und Zuverlässigkeit von Media Composer stellen wir anspruchsvolle Filme wie Der Hobbit trotz engem Zeitplan rechtzeitig fertig und können sicher sein, dass uns das System nicht im Stich lässt."