Mit schwindelerregenden Flugzeug-Stunts, atemberaubenden Unterwasser-Actionszenen und einem eingängigen Titelsong ist Mission: Impossible – Rogue Nation in diesem Sommer in die Kinos gekommen und war sowohl bei den Kritikern als auch bei den Zuschauern ein echter Erfolg. Unter der Regie von Christopher McQuarrie konnten sie in dieser fünften Episode der Mission: Impossible-Serie wiederum Tom Cruise als IMF Agent Ethan Hunt erleben. In Rogue Nation muss Agent Hunt gleichzeitig der CIA entkommen und die Existenz einer tödlichen internationalen Verbrecherorganisation namens „The Syndicate“ nachweisen.
Bevor der Film in die Kinos kam, stand das Produktionsteam vor einer fast ebenso unmöglichen Herausforderung: den Endschnitt fünf Monate vor dem geplanten Zeitpunkt abzuliefern, denn der Kinostart wurde kurzfristig vorverlegt. Um diese schon fast unmögliche Aufgabe erfüllen zu können, stützte sich eine Gruppe talentierter Profis auf branchenführende Kreativtools auf Basis der Avid® MediaCentral™-Plattform. Dank der hochgradig auf Zusammenarbeit orientierten Workflows in Avid Everywhere™ waren die Audio- und Videoteams in der Lage, die komplexen technischen Herausforderungen zu meistern und mit dem äußerst knappen Zeitbudget auszukommen.
Arbeiten unter äußerstem Zeitdruck
Nach inzwischen 18 Jahren in der Branche ist Video Editor Eddie Hamilton (ACE) durchaus mit dem Schneiden von temporeichen Filmen vertraut, denn er hatte bereits an Actionfilmen wie Kingsmen: The Secret Service, X-Men: Erste Entscheidung und Kick-Ass mitgewirkt. Doch die äußerst knappe Deadline von Rogue Nation ließ ihn seine Editing-Workflows überdenken und völlige neue Wege der Zusammenarbeit nutzen.

„Wir hatten nur 12 Wochen, um nach Drehschluss den Schnitt fertigzustellen“, erinnert sich Eddie Hamilton. „Neun Tage nach Drehschluss hatten wir unser erstes Screening und das Studio hat den Film drei Wochen nach Drehschluss bekommen. Das war alles schon sehr, sehr eng.“
Auch Supervising Sound Editor James Mather und Sound Re-Recording Mixer Mike Prestwood standen unter enormem Druck, denn sie mussten einen komplexen Dolby Atmos-Mix aus mehr als 400 Spuren in nur ein paar Monaten abliefern. Weil der Film bereits in einer so frühen Phase geschnitten wurde, mussten Sie für einzelne Sequenzen mischen und nicht wie sonst für ganze Spulen.
„Alles bei The Rogue Nation stand wegen des engen Zeitplans unter enormem Druck“, berichtet James Mather. „Bei anderen Filmen kann der Aufnahme- und Mischprozess auch mal über ein Jahr dauern, mit unzähligen Änderungen und Überarbeitungen. Doch angesichts des knappen Zeitbudgets mussten wir auf alles unnötige Experimentieren verzichten und unseren kreativen Instinkten folgen.“

Als ein einheitliches Team arbeiten
Um diese Herausforderungen zu meistern und den Film rechtzeitig fertigzustellen, nutzte das Team die branchenführenden Lösungen aus der Avid Artist Suite, darunter Media Composer, Pro Tools, Pro Tools | S3-Bedienoberflächen und Pro Tools | S6-Bedienoberflächen. Die Medienspeicherung erfolgte auf einem Avid ISIS-Zentralspeichersystem, das den Teams einen schnellen Medienzugriff und kürzeste Übertragungszeiten ermöglichte. Durch die nahtlose Integration zwischen diesen Tools war die Zusammenarbeit zwischen Regisseur, Audioteam und Videoteam in jedem Schritt des Prozesses gewährleistet, was den Workflow der gesamten Produktion ungemein beschleunigt hat.
Mithilfe von Media Composer ließ Eddie Hamilton seine Assistenten umfangreiche „Selects Rolls“ erstellen, in denen alle Ablauf- und Winkelvariationen enthalten waren. Wollte der Regisseur Alternativen sehen, konnte er sich ganz schnell alle verschiedenen Takes auf einer gemeinsamen Timeline ansehen und dann die bevorzugte Option wählen.
„Mir macht es Spaß herauszufinden, wie eine Story möglichst schnell und treffend erzählt werden kann“, erzählt Eddie Hamilton. „Du musst alle Ideen ausprobieren, denn du weißt nie, welche letztlich die beste sein wird. Ich setze das gesamte Arsenal der Tools von Media Composer ein, um alles so viel wie möglich zu optimieren. Ich habe höchste Ansprüche, was die Präsentationsqualität angeht, und mit Media Composer kann ich wirklich das beste Endergebnis produzieren.“
„Ich habe höchste Ansprüche, was die Präsentationsqualität angeht, und mit Media Composer kann ich wirklich das beste Endergebnis produzieren.“
Eddie Hamilton, Editor, A.C.E.
Eddie Hamilton stellte dem Soundteam bereits in einer frühen Phase des Projekts Quicktime-Dateien mit klar strukturierten temporären Mixen zur Verfügung. Damit verfügte das Team über eine solide Ausgangsbasis. Da der Videoschnitt in einer so frühen Phase erfolgte, lieferte das Soundteam seine Mixe so häufig wie möglich ab, damit das Audiomaterial geschnitten und in die Media Composer-Session integriert werden konnte. So konnte sich das Team mehr auf die neuen und noch unberührten Sequenzen konzentrieren.

„Von Anfang an wussten wir, dass sich jeder Sound auf den Schnitt auswirkt, also mussten wir extrem eng mit dem Videoteam zusammenarbeiten –vor allem, um die Deadline einzuhalten“, erklärt James Mather. „Ich war anfänglich ziemlich nervös, einer so kurzen Deadline bei Verwendung neuer Technik zuzustimmen, aber die Avid-Technik hat wunderbar funktioniert. Wir haben als ein Team zusammengearbeitet und das hat die Stimmung deutlich verbessert und uns geholfen, die Vision des Regisseurs wahr werden zu lassen.“
Eine der größten Herausforderungen für das Soundteam war es, den Sound einer Actionszene möglichst präzise zu reproduzieren, die auf den Tragflächen eines viermotorigen A400-Militär-Airbus spielte. Das Publikum konnte nicht mit extremer Lautstärke bombardiert werden, also experimentierte das Team mit einer Kombination aus mehreren Frequenzen, um ein Maximum an Schalldruck zu erzeugen. Sie erreichten schließlich den höchsten Schalldruck, mit dem sie es je zu tun hatten: 113 db. Vor allem Tom Cruise war schwer beeindruckt –was gar nicht so einfach war, denn er hatte schließlich tatsächlich auf dem Flugzeug mit seinen rotierenden Motoren gestanden.
„Ich war anfänglich ziemlich nervös, einer so kurzen Deadline bei Verwendung neuer Technik zuzustimmen, aber die Avid-Technik hat wunderbar funktioniert.“
James Mather, Supervising Sound Editor
Weniger Logistik, mehr Kreativität
Mit seinen vielen Actionszenen, Soundeffekten und atmosphärischen Elementen war Rogue Nation geradezu prädestiniert für das Dolby Atmos-Erlebnis. Pro Tools | S6 ermöglichte es Mike Prestwood und seinem Team, einen unglaublichen Mix für Kinos zu liefern, die mit der Dolby Atmos-Technik ausgestattet sind. Er erklärt, dass herkömmliche Konsolen nicht gut geeignet sind, um die mit Atmos eingeführte Beweglichkeit umzusetzen, was bei der S6 jedoch perfekt funktioniert hat.

„Bei Pro Tools | S6 konnten wir mit dem Dolby Panner ganz natürlich und intuitiv steuern, wohin sich der Sound im Raum bewegt“, äußert sich Mike Prestwood. „Das Mischen von Rogue Nation für Atmos war ein tolles Erlebnis und hat uns zahlreiche Möglichkeiten geboten, das System ganz auszuloten.“
Am Ende machten die Audio- und Videoteams das Unmögliche möglich und lieferten den Endschnitt von Rogue Nation drei Tage vor der internationalen Premiere des Films ab. Durch Nutzung der auf Zusammenarbeit orientierten Workflows in Avid Everywhere gelang es beiden Teams, alle kreativen Mehrdeutigkeiten auszuschließen, sich auf das Große und Ganze zu konzentrieren und so schnell wie nur irgend möglich zu arbeiten.
„Noch vor fünf Jahren wäre es unmöglich gewesen, einen solchen Film in so kurzer Zeit zu schaffen“, fasst Mike Prestwood zusammen. „Bei Avid Everywhere rückt die Kreativität mehr denn je in den Mittelpunkt – und die Logistik ist kein Hemmnis mehr. Unsere Entscheidungen können sich danach richten, was für den Film am besten ist und was dem Regisseur vorschwebt.“
„Bei Avid Everywhere rückt die Kreativität mehr denn je in den Mittelpunkt – und die Logistik ist kein Hemmnis mehr.“
Mike Prestwood, Sound Re-Recording Mixer