Opus-Post-Remote-Editing

Opus Post Production ist das größte Postproduktionsstudio in Israel mit 100 Avid Suites für Offline- und Onlinebearbeitung, Farbkorrektur und Sounddesign sowie 900 TB NEXIS Speicher. 20 Vollzeitmitarbeiter und ca. 100 kreative Profis gehen hier ein und aus. Das Studio ist auf komplexe Fernsehsendungen spezialisiert, die viele Edit-Suites, extrem viel Speicherplatz und enorme Flexibilität erfordern.

Diese Fokussierung auf flexible Lösungen erwies sich als wahrer Segen, als Opus infolge der Restriktionen während der Corona-Pandemie gezwungen war, den Zugang zum Studio zu beschränken. Da das Studio bereits vor dem Ausbruch der Coronakrise in Möglichkeiten für die Remote-Bearbeitung investiert hatte, war es in der Lage, komplett auf Remote-Betrieb umzusteigen und seine Produktionen damit perfekt am Laufen zu halten.

Avid hat mit Dori Bashan, Vice President of Technical Development bei Opus, gesprochen, um mehr über die Remote-Workflows des Studios zu erfahren und Empfehlungen für andere Postproduktionsstudios zu erhalten, die gerade dabei sind, auf neue Arbeitsweisen umzustellen.

Sie haben sich schon lange vor der Corona-Pandemie mit Möglichkeiten für die Remote-Bearbeitung befasst. Was war der Auslöser hierfür und warum war es für Ihr Team wichtig, in diese Möglichkeiten zu investieren?

Wir haben vor etwa sechs oder sieben Jahren begonnen, uns nach Möglichkeiten für die Remote-Bearbeitung umzusehen. Damals schien es so, als ob die Technologie erst in 15 Jahren dafür bereit sein würde. Ich erinnere mich noch an ein Treffen mit Gil Mitrany, dem Gründer und CEO von Opus. Damals sprachen wir darüber, wie schnell wir Remote-Bearbeitung ermöglichen könnten. Das war 2014, wenn ich mich recht entsinne.

„Cloud“ war zu der Zeit einer der am meisten gesuchten Begriffe bei Google. Jeder wollte in der Cloud arbeiten – von Privatanwendern, die Cloudspeicher für Heimanwender nutzen, bis hin zu Unternehmen, die Datenbanken in die Cloud verlagern. Die Bearbeitung von Videos in der Cloud war jedoch unmöglich.

Dies änderte sich, als Avid die Möglichkeit bot, Media Composer auf einer virtuellen Maschine auszuführen, und zur Verwendung des Protokolls PCoIP, das wir in den letzten drei Jahren genutzt und getestet haben, mit Teradici kooperierte.

Wir wollten herausfinden, was möglich ist, damit wir unserem Team und den remote arbeitenden Editoren erklären konnten, was sie bei der Arbeit im Homeoffice erwarten würde. Vor allem ging es uns auch darum, die Sicherheit der Verbindung zu gewährleisten. Wir befassten uns mit Fragen wie: Welche genaue Bandbreite wird für die einzelnen Bildschirme benötigt? Wird die Vollbildwiedergabe über das Internet funktionieren? Ist es besser, die Remote-Verbindung über einen PC oder Mac herzustellen oder Teradici Zero-Clients zu verwenden? Wie lässt sich eine Remote-Verbindung am besten sichern? Wie lässt sich eine zweistufige Authentifizierung für zusätzliche Sicherheit implementieren?

Opus-Post-Work-from-Home
Opus Post ist es gelungen, den Editoren zu Hause dieselbe Erfahrung wie im Studio zu ermöglichen.

Können Sie Ihr Setup beschreiben?

Zurzeit arbeiten 25 Editoren von zu Hause aus und die anderen im Studio. Für die Verbindung zum Studio verwenden wir eine symmetrische 1-Gb/s-Fabric-Internetverbindung und ein VPN mit zweistufiger Authentifizierung. Die Verbindung zur Edit-Suite erfolgt dann über einen PC oder Mac mit Teradici Cloud Access-Software oder über einen Zero-Client. Wir haben entdeckt, dass wir die beste Performance mit einem Zero-Client mit dem Teradici TERA2-Prozessor erzielen.

Wir wollten den Workflow für die remote arbeitenden Editoren so wenig wie möglich ändern, daher haben wir Media Composer Cloud VM und Teradici Graphics Agent auf derselben Workstation bereitgestellt, die sie auch bei der Arbeit im Studio nutzen. So haben die Editoren das Gefühl, dass sich nichts geändert hat. Es ist angenehm für sie, wenn die Erfahrung zu Hause und im Studio genau gleich ist.

Es gibt verschiedene Optionen, Remote-Arbeit zu ermöglichen, von einem einfachen Fernzugriff über eine virtualisierte Umgebung bis hin zu einem vollständig cloudbasierten Workflow. Warum war eine virtualisierte Umgebung für Sie das Richtige?

Einfache Tools für den Remote-Zugriff wie Team Viewer oder Anydesk wurden für IT-Teams entwickelt, die Endnutzer unterstützen. Für Videostreaming, die Video-Audio-Synchronisierung oder alles, was eine schnelle Performance erfordert, sind diese Tools nicht optimal.

Andererseits käme eine vollständig öffentliche Cloud infrage, diese Option entsprach jedoch nicht unseren Sicherheitsanforderungen.

Wir haben uns für physische HP-Workstations entschieden, die mit Media Composer Cloud VM konfiguriert sind, weil dies eine sehr zuverlässige Option ist. Wir haben unsere Infrastruktur aufgerüstet und unser Rechenzentrum so konfiguriert, dass es als private Cloud fungiert. Das Ganze funktioniert prima. Außerdem hielten wir es für das Beste, als VMs konfigurierte physische Maschinen zu verwenden, um möglichst schnell einsatzfähig zu sein. Dank der schnellen Reaktion unseres Händlers Draco LTD waren wir innerhalb kürzester Zeit mit 25 Media Composer Cloud VM-Lizenzen am Start.

Scene-from-the-Grave
Szene aus The Grave, einem bei Opus Post bearbeiteten Drama. Bild mit freundlicher Genehmigung von Drama Team. Foto von Nitai Netzer.

Welchen Rat können Sie Postproduktionsteams geben, die mit dem Übergang zur Remote-Zusammenarbeit zu kämpfen haben? Was hat sich bei Ihnen bewährt, was könnten Sie zur Nachahmung empfehlen?

Die Kombination von Media Composer Cloud VM mit Teradici PCoIP ist absolut sicher.

Die notwendige Infrastruktur ist nicht allzu komplex, zumindest für Postproduktionsteams, die weniger als fünf remote Edit-Suites benötigen. Unternehmen mit vielen remote arbeitenden Nutzern würde ich empfehlen, auf einen technischen Experten zu vertrauen, der sowohl mit Avid als auch mit VMs vertraut ist, und immer wieder die Unterlagen zu den Best Practices für VMs zu lesen, da die meisten benötigten Informationen dort zu finden sind.

Hat sich Ihre Sichtweise auf die Remote-Zusammenarbeit geändert, seitdem Remote-Arbeit nicht mehr nur eine angenehme Möglichkeit darstellt, sondern zu einer Notwendigkeit geworden ist? Glauben Sie, dass sich die Erfahrungen, die Sie zurzeit machen, auf Ihre Arbeitsweise nach der Krise auswirken werden?

Natürlich, meines Erachtens hat diese Krise allen weltweit gezeigt, dass das Arbeiten von zu Hause aus eine großartige Möglichkeit darstellen kann, nicht nur in der Postproduktion, sondern generell. Denken Sie allein daran, welche Auswirkungen es auf die Luftverschmutzung, Verkehrsunfälle usw. gehabt hat, dass so viele Menschen zu Hause gearbeitet haben. Das ist wirklich unglaublich.

Im Bereich der Postproduktion bin ich sicher, dass die Remote-Bearbeitung auch langfristig bleiben wird. In Zukunft werden die Editoren teilweise im Studio und teilweise remote arbeiten. Ich bin gerade dabei, den neuen Serverraum von Opus mit Blick auf Remote-Bearbeitung zu konzipieren. Er wird komplett auf Edit-Suites von Avid basieren, die auf virtuellen Maschinen ausgeführt werden.

FI